Demonstration : Proteste gegen Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes

Zu einer Demonstration gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan sind am Samstag in Berlin nach Veranstalterangaben rund 7000 Menschen gekommen. Aufgerufen hatte zu dem Protestzug ein bundesweites Bündnis aus rund 250 überwiegend linksgerichteten Initiativen.

BerlinDer Protestmarsch in der Hauptstadt zog vom Brandenburger Tor zum Gendarmenmarkt, wo es am Nachmittag eine Abschlusskundgebung gab. Die Teilnehmer appellierten an die Bundestagsabgeordneten, gegen eine Fortsetzung des Einsatzes zu stimmen. Mitorganisatorin Christine Buchholz, Vorstandsmitglied der Partei Die Linke, sagte, mit der Demonstration sei ein deutliches Zeichen gegen die Verlängerung des Afghanistan-Mandats für die Bundeswehr durch den Bundestag gesetzt worden.

Größere Zwischenfälle gab es nach Angaben eines Polizeisprechers nicht. Zwei Plakate, die den ehemaligen Vorsitzenden der kurdischen Untergrundorganisation PKK, Abdullah Öcalan, zeigten, seien von Beamten beschlagnahmt worden. Festnahmen gab es nicht. Zeitgleich gab es einen Protestzug zum gleichen Thema in Stuttgart mit nach Polizeiangaben rund 2000 Teilnehmern.

Unterstützung sinkt

In der Debatte um den Bundeswehreinsatz räumte SPD-Fraktionschef Peter Struck ein, dass die öffentliche Unterstützung der Bürger für die Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan sinke. Struck unterstützt jedoch eine mögliche Bitte der NATO um Entsendung von AWACS-Flugzeugen zur Luftraumüberwachung in Afghanistan.

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Struck, er sei dafür, einer solchen Bitte zu entsprechen. "Denn wir müssen unseren Soldaten und den Soldaten der Partnernationen jeden Schutz geben, den sie brauchen", betonte der Ex-Verteidigungsminister. Im Oktober muss der Bundestag über die weitere Beteiligung der Bundeswehr an der Internationalen Schutztruppe ISAF entscheiden. (pb/ddp)

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