Demonstration : Wütende Proteste gegen Tempelhof-Schließung

Im Flughafen Tempelhof feiern hunderte geladene Gäste das Ende des Flugbetriebs. Draußen demonstrieren 300 Menschen gegen die Schließung.

Sebastian Leber
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Trotz Regen und Kälte. Demonstranten am Flughafen Tempelhof. -Foto: ddp

BerlinDraußen auf dem Vorplatz ist es totenstill. Aber nur für eine Schweigeminute, danach geht das Trillergepfeife wieder los. „Wenn Wowereit Mut hat, soll er rauskommen“, fordert der  Mann am Mikro. 300 Demonstranten haben sich vor der Haupthalle des Flughafens Tempelhof versammelt, halten Schilder, zünden Grabkerzen an, sind ziemlich laut. Was sie am meisten ärgert: „Dass die sogenannte Elite drinnen Champagner trinkt und wir nicht reindürfen.“ So sieht es Joachim Kiau von der Initiative „Be 4 Tempelhof“. Es sei eine „echte Geschmacklosigkeit“, dass jetzt  ausgerechnet diejenigen feierten, die den Flughafen schließen wollten.

Neues Volksbegehren geplant

Sein Mitstreiter Helmut Zermin freut sich, dass trotz Dauerregens und Kälte viele Menschen gekommen sind, um zu protestieren. „Die Schließung tut uns wahnsinnig weh“, sagt er. „Und nicht nur uns: Die ganze Welt schaut doch zu.“ Nebenan muss die Polizei immer wieder Demonstranten zurück auf den Bürgersteig bitten, die Masse der Menschen droht den Eingang zur Feier zu versperren.
Joachim Kiau und seine Leute wollen kämpfen: Sie haben sich ein neues  Volksbegehren ausgedacht – das unter anderem fordert, den Flughafen Tempelhof offen zu halten und vor allem als „Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen zu nutzen“. Außerdem soll der Flughafen von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt werden.

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