Berlin : Demos nicht zur Schulzeit DIE SCHÜLER

Nur dann können Einträge im Zeugnis vermieden werden

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Friedensdemonstrationen der Schüler sollten nach Meinung der Lehrergewerkschaft GEW nicht während der Unterrichtszeit stattfinden. „So können Probleme wie Einträge auf dem Zeugnis vermieden werden“, sagt Sigrid Baumgardt von der GEW. Auch wenn Bildungssenator Klaus Böger (SPD) Verständnis für das Verhalten der Schüler geäußert hatte, machte er klar, dass die Teilnahme ein rechtlicher Verstoß ist. Sehr unterschiedliche Reaktionen auf die Demonstration am Donnerstag gab es an den Schulen. An einigen wie etwa der RobertBlum-Oberschule können sich abwesende Schüler mit einer Begründung für ihre Demo-Teilnahme entschuldigen. Andere Schulen wiederum werten die Demonstrationsteilnahme zur Unterrichtszeit als unentschuldigtes Fehlen, das zu einem Vermerk auf dem Zeugnis führt. „Unsere Schüler sollen zu ihrem Verhalten stehen. Deswegen erkennen wir auch keine Entschuldigungen an“, sagt Arno Claus, stellvertretender Schulleiter der Paul-Natorp-Oberschule in Schöneberg. Der Fehltag werde den Schülern ins Zeugnis eingetragen. „Wir können Demonstrationen nicht in positive und negative Anlässe sortieren“, sagt er. Jede Demonstrationsteilnahme werde gleich behandelt.

„Wie man auf eine Teilnahme reagiert, liegt in der Eigenverantwortung der Lehrer“, sagt die Sprecherin der Senatsschulverwaltung, Rita Hermanns. „Das kann und sollte nicht von oben vorgegeben werden.“ Abhängig vom Alter der Kinder müssten Lehrer verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen. So könne Angstbewältigung wie auch Sachargumentation angemessen sein. „Wichtig ist jedoch, dass mögliche Sanktionen angekündigt werden.“

In Brandenburg bekamen die Schüler ebenfalls kein schulfrei, um an Demonstrationen teilzunehmen. „Der Schulbetrieb muss sichergestellt sein“, sagt Martin Gorholt, Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums. „Schüler, die während der Schulzeit an einer der Demonstrationen teilnehmen, bekommen einen Eintrag wegen nicht entschuldigtem Fehlens.“ Deswegen plädiert auch er dafür, dass die Schüler außerhalb des Unterrichts demonstrieren. ana

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