Berlin : Den Abend vernagelt

147 Design-Nägel wurden vom „Art Directors Club“ vergeben, vier Stunden dauerte die Verleihung – Pannen inklusive

Johanna Rüdiger

Pleiten, Pech, Probleme: Die Verleihung der goldenen, silbernen und bronzenen „Nägel“ bei der Show zum 40. ADC-Award des „Art Directors Club“ wollte nicht richtig anlaufen. 2500 Kreative und Werbegrößen warteten im Tempodrom auf die Präsentation der Gewinner. Doch der riesige Bildschirm, auf dem die prämierten Anzeigen und Spots laufen sollten, zeigte nur Flimmern und Rauschen. Überraschungs-Gastmoderatorin Jenny Elvers-Elbertzhagen, die die ersten Nägel des Abends überreichen sollte, musste sich deshalb ein paar Buhrufe anhören. Sie war im rosa Chanel-Kostüm und roten Minikleid erschienen – „mein Kofferkleid, das ich immer dabei habe“, wie sie sagte.

Nur wenige Stunden zuvor hatte sie endlich ihre Traumwohnung in Berlin gefunden, nahe dem Ku’damm und mit Garten für den kleinen Sohn Paul, erzählte sie später. „Bei der Wohnungssuche hat mir Udo Walz geholfen“, sagte sie. „Viel schwerer war es, einen Kindergartenplatz zu finden.“ Jenny Elvers-Elbertzhagen zieht für ihre neue Sat.1-Sendung „Klatsch TV“ nach Berlin und will hier im Herbst sogar Theater spielen – auf welcher Bühne, sagte sie nicht.

Wenig lobend äußerte sich Schauspieler und VIP-Gast Kai Wiesinger über den Abend. „Ehrlich gesagt hab ich nicht die ganze Verleihung durchgehalten“, sagte er. Kein Wunder, bei 147 Preisen dauerte die Zeremonie geschlagene vier Stunden – und erst, nachdem der letzte Nagel überreicht war, wurde das Buffet eröffnet. Viele Zuschauer stahlen sich wie Kai Wiesinger und seine Freundin Chantal de Freitas zwischendurch nach draußen, um Luft zu schnappen. Kai Wiesinger rügte die Pannen auf der Bühne: „Da finde ich unsere Filmpreisverleihungen schon professioneller.“ Sein Lieblingsspot war „Eurolingo“: Der Werbefilm von der Agentur Kolle Rebbe für die Sprachschule Inlingua zeigt in schneller Abfolge Sätze mit Wörtern in Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch, um zu demonstrieren, wie schnell man eine Sprache verstehen kann.

Später kam der nächste Lapsus: Staatsminister Christoph Palmer sollte für das Land Baden-Württemberg die Ehrung „Kunde des Jahres“ überreicht bekommen und Designprofessor Michael Schirner als ADC-Ehrenmitglied 2003 auf die Bühne gerufen werden. Doch Moderator Christian Heintzsch von Saatchi & Saatchi vergaß beides – was im Publikum als Revanche gewertet wurde. Denn in der Branche hatte es um diese Ehrungen Streit gegeben.

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