Berlin : Den Kandidaten aus dem Plakatverkehr gezogen (Meinung)

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Bei der Sachsen-Wahl hat sich der Trend der jüngsten Landtagswahlen dramatisch bestätigt. CDU und PDS sind auch in Berlin, wo am 10. Oktober gewählt wird, auf der Gewinnerstraße, die SPD ist im freien Fall. Berlin ist ein anderes Pflaster, aber das hilft nur den Grünen als Großstadtpartei. Die SPD, die sich längst von ihren großen Zielen verabschiedet hat, stärkste Kraft zu werden und einen rot-grünen Senat zu bilden, muss alles daran setzen, aus ihrer verzweifelten Situation das Beste zu machen. Wie schön, dass die Parteien in der Wahlkampf-Schlußphase ihre Plakatierung umstellen oder ergänzen können, um flexibel auf den Zwischenstand der Wählergunst zu reagieren! Es geht nur noch um die Frage, wie man das eigene Wählerpotenzial mobilisiert. Es spricht Bände, dass die CDU erst in den letzten zwei Wochen Eberhard Diepgen als Zugpferd plakatiert, während die SPD ihren Spitzenkandidaten Walter Momper, der sich eben nicht als Lokomotive erwiesen hat, aus dem Plakatverkehr zieht. Auch das Schlussmotto der SPD: "Für Berlin. Wir kämpfen!", zeigt, wie sehr ihr bewusst ist, dass sie am Abgrund steht. Dennoch wird sie nach der politischen Wahrscheinlichkeitsrechnung weiter als Juniorpartner der CDU gebraucht. Das macht die Lage in Berlin so schwierig. Folglich muss die SPD um einen halbwegs erkennbaren Regierungsauftrag kämpfen.

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