Berlin : Den Milchmann ersetzt Pionier im Lebensmittelhandel: Reichelt wird 100 Jahre alt

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Wo genau vor 100 Jahren das erste ReicheltGeschäft entstand, konnte selbst mit Nachforschungen im Firmenarchiv nicht mehr geklärt werden – der nur 20 Quadratmeter kleine Laden lag irgendwo in der westlichen Innenstadt. Heute tragen 85 Supermärkte in Berlin und im Umland den traditionsreichen Namen. Im Mai wird das Jubiläum mit Sonderangeboten und Gewinnspielen gefeiert. Beim Halbmarathon „25 km von Berlin“ am 4. Mai ist die Lebensmittelkette der Hauptsponsor. Außerdem gibt es ein Mitarbeiterfest für 17 000 Gäste in der Trabrennbahn Mariendorf. Derzeit sind 5000 Beschäftigte und mehr als 450 Auszubildende bei Reichelt tätig. „Wir sind wie eine Familie“, sagten gestern die drei Geschäftsführer.

Den Pionier spielte die Firma zum Beispiel 1952, als sie abgefüllte Milch anbot und so für viele Berliner den Milchmann ersetzte. Kurz darauf kamen Obst und Gemüse in die Regale, und die Umstellung auf Selbstbedienung begann. Es folgten ein eigenes Fleischwerk und eine Bäckerei. Obwohl die Otto Reichelt GmbH inzwischen zu Edeka gehört, wird sie noch selbstständig geführt.

Der Bekanntheitsgrad in Berlin liegt laut Marktstudien über 90 Prozent. Ältere Kunden seien Reichelt in „unwahrscheinlicher Treue“ verbunden, sagen die Chefs. Mit einem neuen Konzept will man bald auch stärker um junge Leute werben. Mehr Raum bekommt die Eigenmarke „gut & günstig“, die schon 500 Waren umfasst. Die Filialen sollen „Discounter, Wochenmarkt und Fachgeschäft in einem“ sein. In diesem Jahr öffnen neue Märkte in Lankwitz und Hellersdorf. Dann sollen jährlich fünf weitere folgen. Geschäftsführer Horst Kohrs sagt, es werde Reichelt „auch noch in 100 Jahren geben“. CD

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