Berlin : Den Zug verpasst

Warum die FU-StudentenohneSemesterticketbleiben

Arvid Kaiser

Wenn am heutigen Montag für die rund 35 000 Studenten an der Freien Universität (FU) das Sommersemester beginnt, stehen sie im Gegensatz zu ihren Kommilitonen der anderen Hochschulen ohne das günstige Semesterticket da. An allen übrigen Hochschulen wird der Studentenausweis für 141 Euro – bisher waren es 115 Euro – zur Halbjahresfahrkarte für Berlin und das Umland aufgewertet.

Dass die Studenten der FU schlechter dastehen als die anderer Hochschulen, liegt an der langwierigen Entscheidungsfindung. Zwei Abstimmungen waren nötig, bis die FU-Studenten die Preiserhöhung für ihr Semesterticket akzeptierten. Am Schluss stimmten sie im Januar dem Preisangebot des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) zu – und das auch nur, weil ihre Kommilitonen an den anderen Universitäten das vorher schon getan und damit die monatelangen zähen Verhandlungen beendet hatten.

Die Schuld schieben sich jetzt die Beteiligten gegenseitig zu: „Das Problem liegt nicht beim VBB“, sagt dessen Sprecherin Gabriele Mittag. Die FU-Verwaltung sagt, dass die Abstimmung zu spät kam. Denn die Verwaltung hatte schon Anfang Dezember begonnen, die Rechnungen für die Semestergebühr an die Studenten zu schicken – ohne den Preis für das Semesterticket, da es ja noch keinen Vertrag gab. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) verweist dagegen auf die Humboldt-Universität (HU). Dort fand die zweite Abstimmung im Dezember statt, als auch an der HU die meisten Rückmeldeunterlagen schon verschickt waren. Die HU-Verwaltung habe sie dann aber mit dem neuen Preis nochmal herausgegeben. Diese erneute Abstimmung wäre auch an der FU möglich gewesen, sagt Wolfgang Röcke, Leiter des Immatrikulationsreferats der FU. „Das könnte nur kein Mensch bezahlen.“

Die billigste Möglichkeit für die FU-Studenten, den öffentlichen Verkehr zu nutzen, ist jetzt das Azubi-Ticket für 46,50 Euro pro Monat. Ab Oktober bekommen auch sie dann wieder ein Semesterticket.

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