Berlin : Der Adlon-Clan

Starauftrieb am Pariser Platz: Das ZDF stellt einen Dreiteiler über die berühmte Hoteliersfamilie vor.

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Familie im Foyer. Die Schauspieler Ken Duken, Josefine Preuß, Christiane Paul, Heino Ferch, Jürgen Vogel, Burghart Klaußner und Nora von Waldstätten (von links) posieren in der Hotellobby. Der Dreiteiler „Das Adlon: Ein Hotel, zwei Familien, drei Schicksale“ soll im nächsten Frühjahr im ZDF laufen. Foto: Clemens Bilan/dapd
Familie im Foyer. Die Schauspieler Ken Duken, Josefine Preuß, Christiane Paul, Heino Ferch, Jürgen Vogel, Burghart Klaußner und...Foto: dapd

Der Pariser Platz liegt bald in Bayern und das Hotel Adlon in Adlershof. „Da werden wir es auch zerstören, abbrennen und wieder aufbauen“, sagt Oliver Berben. Das hat nichts mit den finanziellen Turbulenzen um den Erbauer des rekonstruierten Adlon-Hotels Anno August Jagdfeld zu tun. Sondern nur etwas mit Oliver Berben, Produzent, und Uli Edel, Regisseur: Die beiden drehen gerade einen ZDF-Dreiteiler über den „Mythos“, wie Drehbuchautorin Rodica Döhnert das Hotel am Pariser Platz nennt.

Gemeinsam mit einem Dutzend der über hundert beteiligten Schauspieler stellten Berben, Edel und Döhnert die Produktion am Donnerstag im Adlon vor. Der erste Drehabschnitt in Berlin ist gerade vorbei. Jetzt geht es erst mal nach Nordrhein-Westfalen und Bayern, bevor die Dreharbeiten im August und September in Berlin weitergehen. Im nächsten Frühjahr soll der Dreiteiler gesendet werden. Autorin Döhnert hat als Vorlage eine „Mischung aus Realität und Fiktion“ geliefert. Dieses Motto gilt für den ganzen Film, auch für die Drehorte. „Wir spielen im Original-Adlon“, sagt Berben grinsend: „Na ja, eigentlich im nachgebauten Original, im Studio Berlin.“ Schließlich sehe das heutige Adlon nicht mehr so aus wie das alte, im Zweiten Weltkrieg beschädigte, das 1907 eröffnet wurde.

„Im Wettstreit der Weltstädte wird Berlin einen neuen Sieg erringen. Mein Hotel wird ein Wahrzeichen deutschen Unternehmergeistes sein“, wird Burghart Klaußner in der Rolle des Hotel-Gründers Lorenz Adlon sagen – einige Ausschnitte aus den bereits gedrehten Szenen wurden am Donnerstag schon mal gezeigt. „Ein Haus – gebaut für das zwanzigste Jahrhundert. Die Zukunft von Verkehr, Industrie, Politik wird sich im Adlon entscheiden“, so preist der Film-Hotelier das Adlon an. In jener Szene existiert es nur als Modell.

Der heutige Pariser Platz ist Produzent Berben wie das heutige Hotel nicht historisch genug. „Da sind einfach zu viele Leute, die nicht in den Film gehören“, sagt er. Touristen zum Beispiel. Deshalb wird eine historische Version in den Bavaria Studios in München nachgebaut. Das Brandenburger Tor werde aber nur teilweise ein zweites Mal entstehen, fügt Regisseur Edel hinzu. Er hat eine ganz besondere Beziehung zum Hotel, weil seine Großtante dort in den Dreißigern arbeitete. Von ihrer Tochter hat er alte Speisekarten und „Einladungen zu den berühmten Tanztees mit Gigolos“ bekommen, die er jetzt im Film verwendet. Auch Berben hat eine Verbindung zum Adlon: Er ging mit dem Nachfahren des Gründers, Percy Adlon, zur Schule. Der hat einen Dokumentarfilm über seine Familie und das Hotel gedreht – für Heino Ferch Grundlage für seine Rolle als Louis Adlon, der das Hotel nach seinem Vater Lorenz weiterführte. „Ich kannte die Dokumentation vorher und habe sie mir dann noch sehr oft angesehen“, sagt Ferch.

Und der Berliner Jürgen Vogel, der im Film einen Nazi-Bösewicht spielt, hat sogar schon mal im Adlon übernachtet, obwohl er doch sein eigenes Bett in der Stadt hat: „Die Matratzen sind toll.“ Anlass für seine Entdeckung war der Film „Emil und die Detektive“, der im Adlon gedreht wurde. „Wir waren die erste Filmcrew, die ins Hotel durfte“, sagt Vogel. Produzent Berben, der „damals den Film rausgebracht“ hat, erzählt von einer kleinen Explosion mit Feuerwehreinsatz bei den Dreharbeiten. Als er jetzt wieder im Adlon vorstellig wurde, um über die neuen Dreharbeiten zu sprechen, hieß es zunächst: „Das ist nicht dein Ernst!“ Es hat dann aber doch geklappt.

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