Berlin : Der andere Blick

Matthias Oloew

beobachtet, wie die neue Senatorin die Stadt entwickelt Stadtentwicklung in Berlin haben die dafür verantwortlichen Politiker immer so verstanden: Hauptsache etwas bleibt, das an mich erinnert. Da war auch Peter Strieder nicht anders: Planwerk Innenstadt, Linden-Umbau, Riesenrad am Gleisdreieck – Strieder wollte alles und auch alles selber machen. Er sprudelte vor Ideen, manchmal widersprachen sie sich auch, aber das machte Strieder gar nichts. Er wollte die Stadt gestalten. In seinem Sinne.

Sein Amt hat Ingeborg Junge-Reyer geerbt. Doch nicht alle Teile seines Erbes hat sie angetreten. Ihre Art, das Amt zu führen, ist ihre ganz eigene, sie sieht die Stadt aus einer anderen Perspektive. Als Fachfrau für Soziales war sie lange Zeit Stadträtin in Kreuzberg und weiß, was die Menschen in ihren Nachbarschaften wirklich brauchen. Und sie vertraut, anders als Strieder, darauf, dass andere schwierige Aufgaben auch bewältigen können. Den prestigeträchtigen Linden-Umbau hat sie gestrichen, das Quartiersmanagement legt sie in die Hände derer, die an Ort und Stelle sitzen und wissen sollten, wo das Problem liegt.

Dieser andere Blick ist selten geworden. Aber er könnte der Stadt guttun.

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