Berlin : Der Angriff auf einen Piloten bleibt ohne Anklage

Der 38-jährige Berliner, der vor zwei Monaten während eines Fluges den Piloten angegriffen hatte, ist nach einem Gutachten schuldunfähig. Nach der nun vorliegenden vorläufigen Expertise war die Steuerungsfähigkeit des 38-Jährigen zur Tatzeit aufgehoben, sagte am Montag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam, Sigrid Komor. Die Behörde werde daher keine Anklage erheben. Die Strafverfolger in Brandenburg sind für den Fall zuständig, weil der Flug nach Schönefeld ging.

Der Gutachter habe den Mann allerdings weiterhin als gefährlich eingestuft, sagte Komor. Deshalb werde die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen. Darüber müsse das Landgericht befinden. Gegen den Mann wurde wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und des Eingriffs in den Luftverkehr ermittelt.

Der 38-Jährige hatte am Abend des 27. März während eines LTU- Fluges von Teneriffa nach Berlin den Piloten angegriffen und verletzt. Seit der Tat befindet sich der Mann in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung. Auch nach seiner Vernehmung war laut Komor unklar, was er mit seinem Angriff bezweckte. Der Mann gab gegenüber den Ermittlern lediglich an, sich allgemein verfolgt gefühlt zu haben.

In der Maschine vom Typ Boeing 737-700 hatten sich 143 Passagiere befunden. Während der Auseinandersetzung hatte das Flugzeug kurzzeitig an Höhe verloren, wurde jedoch vom Copiloten sofort wieder in eine stabile Fluglage gebracht. Nach Auskunft der Cockpit- Besatzung war der unbewaffnete 38-Jährige ins Cockpit gekommen und hatte erklärt: "Dies ist eine Entführung." Unvermittelt habe er dann den Flugkapitän mit Faustschlägen und Fußtritten traktiert sowie gegen Steuerinstrumente getreten.

Der nicht alkoholisierte Angreifer wurde von der Crew und einigen Passagieren überwältigt. Der Flugkapitän musste ambulant im Krankenhaus versorgt werden.

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