Berlin : Der Arbeitsmediziner

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Name

Gustav Schäcke, 69

Beruf

Internist, Facharzt für Arbeitsmedizin, lange Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin an der FU Berlin, nun emeritiert

Alltag

Ein Stehpult. Das ist die Lösung. Ein Stehpult hilft, das Rückgrat zu entlasten, das sich beim Sitzen gestreckt hat, was ihm nicht bekommt. Es hilft auch dem Kreislauf und ermöglicht gymnastische Übungen – kurz, wer am Schreibtisch arbeitet, sollte ein Stehpult daneben stellen, dann bleibt er länger gesund. Mit solchen und anderen Ideen beschäftigen sich Arbeitsmediziner. Sie erforschen die Umstände am Arbeitsplatz (Lärm, Hitze), die Konsequenzen körperlicher Arbeit und auch die psychosozialen Belastungen wie das Verhalten von Kollegen oder Chefs. Gustav Schäcke hat dieses Fach in Deutschland mit aufgebaut, in einer Zeit, in der es offiziell erst 25 Berufskrankheiten gab. Viele sind ausgestorben, wie die Quarzstaublunge, aber die Liste ist gewachsen: auf rund 60. Hauptprobleme: Muskel-Skelett-Erkrankungen, aber auch Mobbing. Laut einer ganz neuen Untersuchung werden heute fünf von 100 Menschen in einem Betrieb gemobbt. Das sei unerhört, sagt Schäcke, darüber müsse viel öfter gesprochen werden. Wer Hilfe sucht: Unter www.mobbing-web.de gibt es viele Adressen.Foto: Mike Wolff/Text: rcf

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