Berlin : Der Arzt für die Frühchen

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Name

Karl Schunck, 47

Beruf

Kinderarzt mit Schwerpunkt Neonatologie, also Medizin des Früh- und Neugeborenen. Leitender Oberarzt der Klinik für Kindermedizin am Vivantes Klinikum Friedrichshain.

Alltag

Auf einer ähnlichen Station im Virchow-Klinikum liegt zurzeit das siebenmonatige Frühchen, das letzte Woche in der Zeitung stand: Der Vater hatte die junge Mutter auf dem Schulhof zusammengeschlagen – wie es dem Baby geht, will die Charité aber zurzeit nicht sagen. „Gott sei Dank sind solche Fälle selten“, sagt Karl Schunck. „Das Fruchtwasser schützt zwar vor Erschütterungen, aber nicht vor starker Gewalteinwirkung.“ Wenn so ein Winzling auf dem Tisch liegt, sind es immer anstrengende erste Minuten. Färbt es sich rosa, atmet es? Jedes Baby, das vor der 37. Woche auf die Welt kommt, gilt als Frühgeburt, normal sind 40. Monatelang liegen die Babys im Brutkasten, manche, die die Ärzte heute durchbringen, wiegen 500 Gramm. Aber Apparatemedizin ist nicht alles. Auch wichtig: Atmosphäre. Gedämpftes Licht, sanfte Musik, über dem Brutkasten ein „uterusfarbenes“ Tuch. Und zwei Mal am Tag dürfen die Frühchen raus, auf den Bauch der Mutter. Foto: Mike Wolff/Text: rcf

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