Der Bahnstreik im Liveblog : Streik-Ende Samstag 18 Uhr - Verzögerungen bis Sonntag

Die Deutsche Bahn ist zwar vor Gericht damit gescheitert, den Lokführer-Streik zu verbieten. Jetzt hat die GDL aber von sich aus eingelenkt: Noch vor dem Mauer-Jubiläum am Sonntag sollen die Züge wieder rollen. Alles dazu hier in unserem Liveblog.

von , , , und Bodo Straub, Jana Kugoth
Lokführer demonstrieren vor der Bahnzentrale in Berlin.
Lokführer demonstrieren vor der Bahnzentrale in Berlin.Foto: AFP

18.55 Uhr: Etappensieg für die GDL

Sie lieben ihren Vorsitzenden, die Lokführer der Gewerkschaft GDL. Ungefähr 500 von ihnen sind zu einer Demo nach Berlin gekommen, um das lautstark zu beweisen. Aus dem ganzen Land – mit dem Bus, Züge fahren ja kaum wegen ihres Streiks. Mehr zum Etappensieg der GDL lesen Sie hier im Text von Carsten Brönstrup.

18.00 Uhr: Claus Weselsky, der sture Buhmann der Nation

GDL-Chef Claus Weselsky ist zum Buhmann der Nation geworden. So ist das in einem Land, das den Konsens höher hält als alles andere. Wenn die Gegensätze aufeinander prallen, dann nehmen die Leute auch das nicht mehr so wichtig, was doch sonst beklagt wird, schreibt Werner van Bebber. Den Kommentar in voller Länge lesen Sie hier.

17.18 Uhr: Die Verzögerungen halten lange nach Streikende vor

Die Bahn arbeitet "mit Hochdruck" daran, nach dem vorgezogenen Ende des Lokführerstreiks am Samstagsabend so schnell wie möglich ihren normalen Betrieb wiederherzustellen. Allerdings werde das vor allem im Fernverkehr einige Zeit in Anspruch nehmen, das Angebot sei auch am Sonntag noch deutlich eingeschränkt, erklärte die Bahn.

Im Nahverkehr könne die Rückkehr zum Regelbetrieb wohl schneller umgesetzt werden:

16.40 Uhr: Weniger Vandalismus und freundlichere Fahrgäste bei der S-Bahn

Die S-Bahn verzeichnet nach ihren Angaben bisher weniger Schmierereien an ihren abgestellten Zügen als beim Streik im Oktober. Damals waren 69 Fahrzeuge besprüht worden. Aktuelle Zahlen gibt es aber noch nicht.

Die Triebfahrzeugführer, die ihre Züge weiter steuern, berichten, dass sich Fahrgäste dafür direkt bei ihnen bedankten. Andere würden vom Bahnsteig aus freudig winken, wenn ein Zug einfährt.

16.22 Uhr: Klaus Wowereit: Menschen können jetzt unbehelligt feiern

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärt, es sei gut, dass die Streikplanung korrigiert wurde. "Wir Berlinerinnen und Berliner freuen uns ganz besonders, dass die vielen Mahnungen zu einem Überdenken Erfolg hatten" teilt er mit. Die Menschen könnten am 9. November jetzt unbehelligt von Streikaktionen an den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls teilnehmen. Berlin werde dieses historische Datum würdig und zugleich fröhlich begehen.

16.18 Uhr: Fußballfans können Tickets nicht zurückgeben

Das Streikende hat die GDL zwar auf Sonnabend um 18 Uhr vorgezogen, doch auch das kommt nicht nur für die Hertha-Fans, sondern für die allermeisten Fußballanhänger in Deutschland zu spät: Dann sind die Samstagnachmittagspiele der Bundesliga schon abgepfiffen. Die meisten der rund 500.000 Fans, die jedes Wochenende die Spiele der 1. und 2. Bundesliga besuchen, haben dann das Stadion bereits wieder verlassen. Aber einige Vereine, wie beispielsweise Mainz 05 oder der FC Bayern, haben Sonderbusse für ihre Auswärtsspiele in Leverkusen beziehungsweise Frankfurt organisiert. Die meisten Clubs haben auf ihren Websites Hinweise zur Anreise veröffentlicht. Das Geld für die Eintrittskarte bekommt man allerdings nicht erstattet, und die Schiedsrichter sind auch nicht angewiesen, später anzupfeifen.

Die weiteste Anreise am Fußballwochenende haben übrigens Fans des VfB Stuttgart: Sie reisen für das Drittliga-Auswärtsspiel der zweiten Mannschaft bei Hansa Rostock am Samstag um 14 Uhr mehr als 800 Kilometer an.

15.59 Uhr: Berlins Geisterbahnhöfe in Bildern

Verwaiste Bahnhöfe? Hat's alles schon gegeben, nicht wahr - und nicht nur beim Streik. In Berlin war's, ihr Name: "Geisterbahnhöfe". Damals rollten viele S- und U-Bahnen aus West-Berlin ohne Halt durch den Ost-Berliner Untergrund. Kennen Sie alle? Wir zeigen sie Ihnen - mit vielen historischen Bildern.

Das waren die Geisterbahnhöfe in Berlin
Geisterbahnhof Unter den Linden. West-Berlins Regierender Walter Momper und Ost-Berlins Oberbürgermeister Tino Schwierzina haben sich am 1. September 1990 eine kesse Reichsbahner-Mütze aufgesetzt und zwei Haltekellen in die Hand genommen, weil: An jenem Tag hielt erstmals seit August 1961 wieder eine S-Bahn auf dem einstigen Geisterbahnhof im Nord-Süd-Tunnel. Die Fotografen sind auch schon ganz aufgekratzt. Seit 2009 heißt der Bahnhof Brandenburger Tor.Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Foto: Imago
07.11.2014 13:47Geisterbahnhof Unter den Linden. West-Berlins Regierender Walter Momper und Ost-Berlins Oberbürgermeister Tino Schwierzina haben...

 15.40 Uhr: S-Bahn braucht Zeit, bis wieder alles rollt

Bis der Verkehr wieder normal rollt, werden aber einige Stunden vergehen. Vor allem die S-Bahn kann nicht aus dem Stand wieder in den vollen Betrieb gehen, sondern kann die Zahl der Fahrten nur stufenweise steigern. Erst wenn eine Maßnahme zuverlässig funktioniere, könne die nächste Angebotserweiterung erfolgen, sagt S-Bahnchef Peter Buchner. Am Sonntagfrüh soll dann wieder der normale Fahrplan gelten. In der Nacht zu Sonnabend fahren durchgehend Züge auf den jetzt betriebenen Abschnitten der Linien  S 1, S 2, S 3, S 46, S 5 und S 9 – allerdings nur etwa alle 40 Minuten. Die S 7 fährt in der Nacht nicht.

15.35 Uhr: "Ein gutes Zeichen"

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte angesichts des vorgezogenen Streikendes, dass sich damit der Einsatz der Bahn vor den Gerichten gelohnt habe: „Das ist ein gutes Zeichen für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter.“

15.25 Uhr: Aufatmen bei der S-Bahn

Nun kann die S-Bahn doch noch mitfeiern. Am Wochenende setzt sie ihren zum 90. Geburtstag im August besonders geschmückten Jubiläumszug ein, in dem es jetzt in einer kleinen Ausstellung Informationen über die Rolle der S-Bahn beim Mauerfall gibt. S-Bahnchef Peter Buchner hatte noch am Nachmittag gesagt, es sei „extrem ärgerlich“, dass die S-Bahn zum Mauerfalljubiläum nicht zeigen könne, zu welcher Leistung sie inzwischen wieder in der Lage sei. Erfreulich sei, dass mehr Lokführer zur Arbeit bereit seien als bei den vorangegangenen Streiks. Die S-Bahn erbringe rund ein Drittel ihrer üblichen Fahrten. Vor allem die Außenstrecken seien mit dem Zentrum verbunden. Der Ersatzfahrplan funktioniere, die Züge, die im Einsatz sind, seien pünktlich und kämen zuverlässig. Sie seien heute auch besser besetzt als am ersten Streiktag. Zum Hertha-Spiel heute Abend werden allerdings keine S-Bahnen fahren.

15.17 Uhr: GDL beendet Streik am Samstag um 18.00 Uhr

Die Lokführergewerkschaft GDL beendet ihren Streik am Samstag um 18.00 Uhr. Das erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Freitag in Frankfurt, nachdem das Landesarbeitsgericht Hessen den Ausstand auch in zweiter Instanz als rechtmäßig anerkannt hatte. „Wir könnten den Streik bis Montag, 4.00 Uhr, fortsetzen“, sagte der GDL-Chef. Es handele sich um eine Geste der Versöhnung.

15.15 Uhr: Nächster Halt: S-Bahnhof Olympiastadion

Einen vollen Bahnsteig wird es am Olympiastadion heute wohl nicht beim Fußball-Spiel Hertha BSC gegen Hannover 96 geben. Wer wissen möchte, wie voll es sonst bei Hertha-Spielen dort wird, schaue sich diese Bildergalerie an.

Nächster Halt: S-Bahnhof Olympiastadion Berlin
Vorn die alten Kassenhäuschen, hinten der Turm, dahinter: Gestrüpp. Der S-Bahnhof Olympiastadion in den 80ern.Weitere Bilder anzeigen
1 von 27Foto: Jörn Hasselmann
08.04.2016 13:11Vorn die alten Kassenhäuschen, hinten der Turm, dahinter: Gestrüpp. Der S-Bahnhof Olympiastadion in den 80ern.

15.00 Uhr Gericht erlaubt Lokführerstreik - Bahn in zweiter Instanz gescheitert

Die Deutsche Bahn ist mit dem Versuch gescheitert, den Lokführerstreik mit juristischen Mitteln zu stoppen. Das Landesarbeitsgericht Hessen lehnte es am Freitag als zweite Instanz ab, den Arbeitskampf per einstweiliger Verfügung zu beenden.

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