Berlin : Der Besuch des Managers

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Wenn ein Musical gut läuft, ist Horst Bork das normalerweise egal. Denn Musicals sind nicht sein Geschäft. Er managt Pop-Künstler. Das macht er heute noch genauso wie vor 25 Jahren, als er Falco managte. Der Erfolg des Musicals "Falco meets Amadeus" im Theater des Westens ist dem Österreicher Bork aber trotzdem nicht egal, denn er besitzt die Copyrights an den meisten Songs. Wenn das Stück gut läuft, ist das auch gut für Bork. Und dessen Kontostand. Bei der Tourneestation in München lernte Bork den Falco-Darsteller Axel Herrig kennen, und hin und wieder sehen sich die beiden wieder, verabreden sich, wie jetzt, im Café Einstein, um beim Wein über Falco zu reden. Und über das Showgeschäft. Davon versteht Bork eine ganze Menge. Wenn etwas gut läuft, dann schüttelt er seine rechte Hand und sagt: "Läuft wie geschnitten Brot." So wie Falco meets Amadeus. Zwei Jahre vor Falcos Tod hatte sich Bork aus dem Management verabschiedet. Die Spekulationen um dessen Tod bügelt er in wienerischer Art ab: "Selbstmord - dafür war er zu feige. Und als Autofahrer war er sehr vorsichtig - wenn er nüchtern war." Wie ähnlich ist ihm die Bühnenfigur des Managers? Bork lächelt, schaut über seinen Brillenrand und sagt entschlossen: "Ich bin nicht der Vater des Kindes." Die beiden Herren lachen. Das nächste Treffen steht schon fest.

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