Berlin : DER BEZIRK

DIE LEUTE



Neukölln hat 305 519 Einwohner. Der Norden mit seinen Altbauten verzeichnet einen Einwohnerzuwachs. Im Süden, vor allem in den Stadtteilen Alt-Buckow und Britz, nimmt die Einwohnerzahl ab. Der Stadtsoziologe Hartmut Häußermann hat festgestellt, dass vor allem deutschstämmige Bewohner Nord-Neukölln verlassen und Migranten dort hinziehen. Insgesamt sinkt die Zahl der Familien im Bezirk. Das größte Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Der Bundesagentur für Arbeit zufolge waren im August 19,5 Prozent der Neuköllner im erwerbsfähigen Alter ohne Arbeit. Ein knappes Drittel der Arbeitslosen sind Ausländer. Die Langzeitarbeitslosigkeit liegt ebenfalls bei rund einem Drittel.

DAS LEBEN

Dass Neukölln immer wieder für (politische) Aufregung gut ist, liegt an der Konzentration der Probleme. Von Arbeitslosigkeit bis Zuwanderung findet sich in der Gegend entlang der Hermann- und der Karl-Marx-Straße sowie der Sonnenallee alles, was das Großstadtleben spannend und schwierig macht. Neukölln hat in Gestalt des Bürgermeisters Heinz Buschkowsky (SPD) einen Politiker, der gern deutlich über diese Probleme spricht, weil er meint, dass offener Streit zu konstruktiven Lösungen führen kann. Buschkowsky schreckt vor politischen Unkorrektheiten nicht zurück, sieht „Parallelgesellschaften“ entstehen und arbeitet sich mit seinem Bezirksamt an Problemen wie notorischer Schulschwänzerei ab. Die Rütli-Schule ist ein Beweis dafür, dass katastrophale Entwicklungen ins Positive gewendet werden können. Und jedenfalls der florierende Reuter-Kiez im Norden von Neukölln-Nord wirkt derzeit, als sei dort das Wowereit-Wort „arm, aber sexy“ zu Stein geworden. wvb.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben