Berlin : Der Bierpinsel soll wieder in Schwung kommen

Neue Eigentümerin will dafür auch das Umfeld verbessern. Ob das gelingt, ist noch fraglich

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Sie wohnte lange in Berlin und bedauerte den Verfall des Steglitzer Bierpinsels an der Schloßstraße. Nun will die heute auf Mallorca lebende Immobilienkauffrau Tita Laternser als neue Eigentümerin den seit April stillgelegten Gastronomiebau wiederbeleben. Neu bewirtschaftet, soll der Bierpinsel zum attraktiven „Schlossturm“ werden. Dazu soll auch zu seinen Füßen etwas Neues passieren, das „verwahrloste Umfeld“ verschwinden, stattdessen ein Treffpunkt im Herzen der Schloßstraße entstehen. Laternser möchte dazu unter der Autobahnbrücke am Turm ein großflächiges verglastes Gebäude errichten.

Im Bierpinsel, ursprünglich „Turmrestaurant Steglitz“ genannt, soll hochwertige Gastronomie einziehen, Betreiber stünden bereit. Aber eine solche Investition sei erfolglos,wenn sich an der Umgebung mit den düsteren Ecken, verwinkelten Treppen und zugigen, kaum genutzten U-Bahnzugängen nichts ändere, heißt es. Das Konzept will Tita Laternser noch mit den Nachbarn Karstadt und Wertheim, die ihre Häuser umgestalten wollen, dem Bezirksamt, der für Brückenbau zuständigen Stadtentwicklungsverwaltung und der BVG im Detail erörtern. Ende März will sie konkrete Entwürfe vorlegen. Sie hofft auf Planungssicherheit Ende Juni. Die Investitionssumme soll zwischen drei und fünf Millionen Euro liegen. Erst wenn die Planung zu Füßen des Turms sicher sei, werde man ihn für rund eine Million Euro auf den neuesten Stand bringen, mit neuer Heizung, Klima-, Toiletten- und Abwasseranlage. Der Betrieb könne frühestens Ende 2007 starten.

Das geplante ein- bis zweistöckige Gebäude, mit warmem Licht und tropischen Pflanzen versehen, soll auch für besondere Veranstaltungen nutzbar sein, in der oberen Etage sind Ruhezone, Café und Business-Lounge geplant, Monitore sollen ständig über die neuesten Nachrichten informieren. Auch Lichtkunst ist geplant. Zur Schloßstraße hin sieht das Konzept des Neubaus eine „transparente Offenheit“ vor, die U-Bahn-Ebene unter der Tiburtiusbrücke soll einbezogen werden, von dort wird auch der Bierpinsel direkt zu erreichen sein. Die Treppenaufgänge auf dem Weg zu den Parkplätzen auf der Schildhornstraße sollen aufgewertet werden, bislang fehlen Aufzüge.

Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) spricht von einem „attraktiven Projekt“, das die Vorstellungen des Bezirks berücksichtige. Aber bis zur Umsetzung müsse man wegen der vielen Beteiligten noch „viele dicke Bretter bohren“.

Der futuristische, 64 Meter hohe Bierpinsel war zwischen 1972 und 1976 nach Plänen der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte erbaut worden. C. v. L.

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