Berlin : Der blaue Dunst hat ausgespielt

Olympiastadion soll nicht mehr zugequalmt werden: Hertha führt zum 1. Januar neue Nichtraucherzonen ein

André Görke

Im kommenden Jahr wird im Olympiastadion weniger gequalmt. Die Fans des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC dürfen ab 1. Januar 2008 nicht mehr in den Lokalen, in den Toiletten und in den Vip-Bereichen rauchen. Das gab der Geschäftsführer des Vereins, Ingo Schiller, jetzt bekannt. „Wir richten uns damit ab der Rückrunde nach dem neuen Gesetz, um Nichtraucher, unsere Mitarbeiter und auch die Kinder besser zu schützen.“ Die normalen Tribünen sind von dieser Regel nicht betroffen – bis auf vier Blöcke, in denen 4000 Hertha-Fans Platz finden: Im Block A – dem sogenannten DKB-Familienblock im Unterring – sowie im Oberring in den Blöcken 18 bis 20 (der Langnese-Fankurve) – herrscht bereits jetzt Rauchverbot.

Die neue Regel gilt ab der Rückrunde dann zudem in den großen Vip-Bereichen und Logen im Bauch des Stadions, in denen bis zu 1500 Fans ihre Plätze haben und nach dem Abpfiff dort essen oder ein letztes Bier trinken. Auch im Innenbereich, also direkt am Rasen auf der blauen Tartanbahn, herrscht Rauchverbot; dort stehen Ordner, Kamerateams und etliche Fotografen.

Es sei „zumutbar“, sagte Hertha-Geschäftsführer Schiller, dass Raucher beim Bierholen in den Lokalen oder nach Abpfiff im Inneren des Stadions auf ihre Zigaretten verzichten. Seit gut drei Jahren funktioniere dies gut in den Familienblöcken. „Dort gibt es eine gewisse Selbstregulierung unter den Eltern“, sagt er. Wenn sich Raucher – etwa im Vip-Bereich oder in den Fanlokalen – vehement weigern, werden sie vom Sicherheitsordner ins Freie gebeten. In der Vergangenheit hatte Hertha BSC in Nichtraucherblöcken zudem Info-Flyer verteilt.

Schiller, bis zum 22. Lebensjahr selbst Raucher, verwies auf die guten Erfahrungen während der Fußball-WM 2006. Damals hatte der Weltverband Fifa in den Stadien darum gebeten, nicht zu rauchen und überall große „No Smoking, please“-Schilder aufgestellt. Geraucht wurde zwar dennoch, aber weniger. André Görke

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