Berlin : Der blonde Michel in der Wuhlheide

Das FEZ bringt zum Astrid-Lindgren-Jahr den Kinderbuchklassiker auf die Bühne – als Musical

Karoline Jooss

Am heutigen Sonnabend gibt es eine Premiere im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in Köpenick. Zum Start in das Astrid-Lindgren-Jahr spielt die FEZ- Bühne „Michel aus Lönneberga“, als Musical. Unsere zwölfjährige Kinderreporterin hat sich das Stück der schwedischen Kinderbuchautorin, die im November 100 Jahre alt werden würde und am 28. Januar 2002 starb, schon einmal angeschaut.

Es ist ja zum Arsch verschnitzen. Elende stinkende Rinder Pippi Pupe. Himmel Herrgott noch mal.“ So bringt Michel seiner kleinen Schwester Ida das Fluchen bei, als er zur Strafe mal wieder im Tischlerschuppen sitzen muss und an seinem hundertsten Holzmännchen schnitzt. Jeder kennt Michel – und der Michel auf der Bühne sieht genauso aus, wie Michel aussehen muss. Obwohl er von einem erwachsenen Schauspieler gespielt wird. Auch Vater Anton, Knecht Alfred, die Mutter, Klein-Ida, die Magd Lina, sie alle sind wie aus dem Michel-Buch entsprungen.

„Im Theater muss die Geschichte sinnlicher und lebhafter gestaltet werden, als wenn man sie liest“, erklärt Matthias Witting, der Regisseur. Das ist dem kleinen Team super gelungen, denn das Stück ist auch für Leute spannend, die Michel schon auswendig kennen. Eva Blum, die das Buch bearbeitet hat, hat die Geschichte verdichtet und kleine Überraschungen eingebaut. „Man darf die Episoden nicht ganz genau nach dem Buch nehmen. Wir haben aus anderen Texten kleine Ausschnitte mit hineingenommen.“ Man merkt sofort, dass alle viel Erfahrung mit Kindertheater haben. Der Regisseur und die beiden Hauptdarsteller haben viele Jahre fürs Grips-Theater gearbeitet.

Auf dieser Bühne ist es wie im wirklichen Leben in einer echten Familie: „Muss ich denn immer alles zweimal sagen?“, regt sich der Vater auf und die Mutter fleht: „Anton, tu doch was!“ Es gibt Chaos und Streit, Michel hat Gutes vor – und es endet immer in einer Katastrophe, so sieht es zumindest Vater Anton. Aber keiner ist lange sauer auf Michel. Das Stück ist sehr lustig und lebhaft mit einer wunderschönen Musik und einem Bühnenbild, dass man sich fühlt wie auf Katthult.

„Es war schön, dort Kind zu sein“, schrieb Astrid Lindgren über ihre eigene Kindheit auf dem Dorf Näs in Schweden. „Zweierlei hatten wir, das unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie gewesen ist – Geborgenheit und Freiheit.“ Am 14. November 2007 wäre die beliebte Kinderbuchautorin 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gestaltet das FEZ 2007 ein Astrid-Lindgren-Jahr, das mit dem Stück „Michel aus Lönneberga“ eingeleitet wird. Zur Premiere des Stückes am 6. Januar bekommt auch das Kinder- und Jugendtheater des FEZ einen neuen Namen: „Astrid-Lindgren-Bühne“.

Für alle Astrid-Lindgren-Fans zwischen 4 und 99 Jahren lohnt es auf jeden Fall, sich auf den Weg ins FEZ zu machen, denn es gibt viele Veranstaltungen zum Thema und eine erlebnisreiche Ausstellung. In der 350 Quadratmeter großen Ausstellung kann man zum Beispiel das Haus, das die Vorlage für Pippis Villa Kunterbunt war, betrachten. Das lebensecht nachgebildete Haus ist ungefähr doppelt so hoch wie ein Erwachsener und man kann sogar durch die Fenster Pippis mit Geschenken beladenen Tisch entdecken. Die meisten der ausgestellten Gegenstände stammen aus Schweden aus dem „Astrid Lindgren Värld“-Theaterpark, in dem die Figuren und Schauplätze aus Astrid Lindgrens Büchern lebendig und wirklich werden. Karoline Jooss

„Michel aus Lönneberga“ ist geeignet für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren. Zu sehen in Berlins größtem Kinder- und Jugendzentrum FEZ: An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin-Köpenick. Mehr Informationen gibt es unter www.fez-berlin.de, Info, Beratung und Reservierung unter der Telefonnummer (030) 53 071-250.

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