Berlin : Der Bluff des Boxers

Nach Bluttat geflüchteter Rentner versuchte falsche Fährte zu legen

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Mit einem Telefongespräch versuchte der 64jährige Rudolf Schmitz die Fahnder von seiner Spur wegzulocken. Der Rentner hatte, wie berichtet, seine 64-jährige frühere Lebensgefährtin und deren neuen Freund an der Germaniastraße in Tempelhof niedergeschossen. Das Paar überlebte schwer verletzt. Gertraude T. hatte sich nach 26 gemeinsamen Jahren von Schmitz getrennt. Nach der Tat flüchtete er und kroch in der Laube eines Bekannten in einer Kolonie im Süden von Steglitz unter. Dort wurde er Montagabend festgenommen. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte den ehemaligen Boxer, der keine Gegenwehr leistete.

Wenige Stunden vor der Festnahme war es der Polizei noch gelungen, über das Mobiltelefon des Rentners mit ihm Kontakt aufzunehmen. Ein Ermittler sagte, Schmitz habe in dem nur wenige Sekunden dauernden Gespräch angedeutet, wo er sich aufhalte. Aber der Rentner versuchte nur, eine falsche Spur zu legen und die Fahnder nach Westdeutschland zu locken. Die aber ließen sich nicht aufs Glatteis führen. Über Ermittlungen im Bekanntenkreis des Gesuchten war es dann für die Ermittler nicht schwer, das Versteck von Schmitz ausfindig zu machen.

Als Motiv für die Bluttat nannte ein Ermittler am Dienstag „übersteigerte Eifersucht“. Die Pistole, mit der er Gertraude T. und deren 66-jährigen Freund, der eigentlich sogar ein gemeinsamer Freund war, in dessen Wohnung niederschoss, besitze er schon seit längerer Zeit, sagte ein Beamter der Mordkommission. Woher sie stammt, müsse noch geklärt werden. Zunächst hatten die Ermittler vermutet, dass sich Rudolf Schmitz die Waffe erst kurz vor der Bluttat besorgt hatte.

Die Frau hatte die langjährige Beziehung mit Schmitz bereits vor rund einem halben Jahr gelöst. Der Grund war vermutlich sein übermäßiger Alkoholkonsum. Aber alles sah bis Sonnabend nach einer einvernehmlichen Trennung des Rentnerpaares aus: Die Frau nutzte das Auto von Schmitz, alle drei spielten gemeinsam Karten und trafen sich häufig. weso

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