• Der Brandsatz zündete neben dem Bett des Rivalen Seine Eifersucht brachte einen 45-Jährigen vor Gericht

Berlin : Der Brandsatz zündete neben dem Bett des Rivalen Seine Eifersucht brachte einen 45-Jährigen vor Gericht

Kerstin Gehrke

Es ist verständlich, dass ein verlassener Ehemann den Neuen seiner Ex-Gattin nicht mag. Und eigentlich sollte Frieden herrschen, wenn der Verlassene auch eine neue Partnerin gefunden hat. Doch Kurt T. soll trotzdem keine Ruhe gegeben haben. Vier Jahre nach der Trennung soll seine Eifersucht in flammenden Hass umgeschlagen sein. Weil er einen Brandsatz ins Schlafzimmer des neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau geworfen haben soll, muss er sich seit gestern wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten.

Die Sache nahm zwar kein schlimmes Ende, weil der Brand im Juli dieses Jahres in der Wohnung von Knut W. schnell entdeckt und gelöscht werden konnte. Der 45-jährige T. aber wurde nur wenige Stunden später festgenommen und sitzt seitdem in Haft. Seine Ex-Frau Gabriele T. sagte sofort: „Wahrscheinlich war er es!“ Seine 19 und 23 Jahre alten Töchter sagten der Polizei: „Er hasst den W., weil der die Ehe unserer Eltern zerstört hat.“ Und tatsächlich fand ihn die Polizei am Morgen nach dem Brand in der Nähe des Tatortes. Kurt T. schlief seelenruhig in einem Schrottauto.

„Ich mag den W. nicht, ich mag viele Leute nicht, aber die Tat habe ich nicht begangen“, beteuerte T. nun. Nach seiner Version ist alles nur eine Verschwörung gegen ihn. „Ich wurde mit einem Anruf von meiner Ex-Frau dorthin gelockt, damit man mir die Sache anhängen kann.“ Ein Motiv haben aus seiner Sicht nur die anderen. Seine Ex-Frau, weil sie angeblich „mit W. nicht glücklich ist“ und wieder mit ihm leben will. Seine Töchter, weil sie seine neue Freundin nicht mögen und auf die “W. eingewirkt“ habe. Und schließlich Knut W., „der Angst haben muss, dass er von meiner Ex-Frau verlassen wird“. Für ihn aber sei die Trennung nach mehr als 20 Ehejahren eine abgeschlossene Geschichte. „Ich kann doch nicht auf zwei Hochzeiten tanzen“, meinte der Angeklagte.

Ob er damit die Richter überzeugen kann, ist fraglich. Schließlich wurde er bereits wegen Bedrohung seiner Ex-Frau verurteilt. Seinen Töchtern schrieb er aus der Haft: „Ihr seid nicht fair zu mir, egal, ich komme früher oder später raus.“ Und es gibt eine SMS kurz vor dem Brand in der Reinickendorfer Wohnung an Gabriele T., die gar nicht friedlich klingt: „Mischt sich W. wieder in Familienangelegenheiten ein? Er bekommt noch was!“ Die Richter fanden das „schon bedrohlich“. Kraftfahrer T. aber schüttelte nur den Kopf. „Ich meine eine Strafe irgendwann, vom lieben Gott.“ Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

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