Berlin : Der Bundespräsident auf Staatsbesuch im jüngsten Bezirk Berlins

Bundespräsident Johannes Rau hat am Mittwoch den Bezirk Hellersdorf besucht. Das Staatsoberhaupt in Begleitung von Ehefrau Christina informierte sich vor allem über die Sanierung von Plattenbauten. Zwei Drittel der 127 000 Einwohner des erst 1986 gegründeten Bezirks leben in Häusern, die in industrieller Bauweise errichtet wurden. Rund 75 Prozent der 45 000 Wohnungen wurden seit 1991 teilweise oder komplett modernisiert.

Insgesamt gibt es in den östlichen Berliner Bezirken rund 273 000 Plattenwohnungen - neben Hellersdorf vor allem in den Großsiedlungen Marzahn und Hohenschönhausen. 70 Prozent des Gesamtbestandes sind inzwischen saniert. Das Investitionsvolumen lag bei acht bis zehn Milliarden Mark. Neben öffentlichen Mitteln wurden die Projekte über Kredite finanziert. Bis zum Jahr 2004 soll die Sanierung weitgehend abgeschlossen sein. Im Unterschied zu anderen ostdeutschen Städten will Berlin auf den Abriss von Plattenbauten verzichten.

Nach der Besichtigung einer sanierten Wohnung machte sich der Bundespräsident bei einer Fahrt durch den Bezirk mit Fortschritten und Problemen bei der Umgestaltung der Großsiedlung bekannt. Neben dem Leerstand von Wohnungen infolge der Abwanderung von Familien müssen wegen des "Geburtenknicks" nach der Wende zunehmend auch Schulen und Kitas geschlossen werden.

Außerdem unternahm Rau einen Rundgang durch das moderne Stadtteilzentrum "Helle Mitte", das mit Wohnungen, Büros, Läden, Gaststätten, Arztpraxen, Hotel und Rathaus in Hellersdorf neue städtebauliche Akzente gesetzt hat. Auf dem Besuchsprogramm standen weiter die Eintragung ins Goldene Buch des Bezirkes und ein Gespräch mit Kommunalpolitikern über Wege zur Modernisierung von Plattenbausiedlungen.

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