Berlin : Der Dom hat jetzt ein Museum

Helmut Caspar

Berlin hat ein neues Museum: das des Domes. Anhand von maßstabsgerechten Modellen, die wie durch ein Wunder die Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden haben, von Gemälden auf Leinwand und Porzellan, von vergilbten Bauplänen, Fotografien und anderen Zeugnissen können sich Besucher mit der Geschichte des Kuppelbaus am Lustgarten vertraut machen. Ausführlich würdigt die Ausstellung auch die Architekten und Bildhauer, die sich um die kurfürstliche und königliche Hofkirche und ihre repräsentative Ausstattung mühten: von Schlüter über Knobelsdorff, Schinkel und Stüler bis zu Julius Carl Raschdorff, dessen mehrfach überarbeiteter und von Wilhelm II. abgeänderter Neubauentwurf von 1893 bis 1905 nach dem Abriss des Schinkelschen Vorgängerbaus verwirklicht wurde.

Raschdorff hatte von führenden Bildhauern Figurenmodelle entwerfen lassen, die erst zur Ausführung kamen, als der Kaiser zugestimmt hatte. Proben dieser Arbeiten werden in der Ausstellung ebenso gezeigt wie ein begehbares, mit Spiegeln versehenes Modell im Maßstab 1:25, das Einblicke in die Predigtkirche, das kaiserliche Treppenhaus und die Denkmalskirche gewährt.

Vor allem dem unermüdlichen Drängen und Sichten des jetzt im Ruhestand befindlichen Dombaumeisters Rüdiger Hoth sei es zu danken, dass das Dommuseum nun eingerichtet wurde, sagte gestern die Vorsitzende des Domkirchenkollegiums Irmgard Schwaetzer bei der Eröffnung des Museums. Hoth habe systematisch auf dieses hingearbeitet und sich von Rückschlägen nicht beirren lassen. In den kommenden Jahren soll das Museum noch ausgebaut werden, um dann auch Bilder und Dokumente zu der mehr als 400-jährigen Geschichte der Domgemeinde auszustellen.

Berliner Dom, geöffnet Montag bis Sonnabend von 9 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 20 Uhr

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