Berlin : Der Ex-Minister soll wieder als Landesvorsitzender einspringen

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Der ehemalige Wirtschaftsminister Günther Rexrodt soll wieder Landesvorsitzender der Berliner FDP werden. Die Kandidatur wurde am Montagabend im Landesvorstand der Liberalen bekanntgegeben. Der Vorstand wird am Sonnabend neu gewählt. "Es wird wohl keinen Gegenkandidaten geben", sagte gestern FDP-Landeschef Rolf-Peter Lange, der sich aus der Politik zurückzieht. Rexrodt kandidiere "auf Wunsch von Parteimitgliedern aus allen politischen Lagern".

Der 58-jährige Bundestagsabgeordnete musste schon einmal einspringen, als 1994 die FDP-Landeschefin Carola von Braun wegen einer Finanzaffäre zurücktrat. Eineinhalb Jahre später, nach der Wahlniederlage der Liberalen bei der Abgeordnetenhauswahl, gab Rexrodt den Parteivorsitz wieder ab. Er habe sich zu wenig um den Landesverband und dessen innere Verfassung gekümmert, wurde ihm damals vorgeworfen. Rexrodt habe sich jetzt hartnäckig dagegen gesträubt, erneut die Führung zu übernehmen, verlautet aus Parteikreisen. Erst die Drohung, ihn 2002 nicht wieder für den Bundestag zu nominieren, habe Rexrodts Bereitschaft befördert.

Der noch amtierende FDP-Landesvorstand sieht es als großen Vorteil an, dass der künftige Parteichef ein funktionierendes Büro hat und als Bundestagsabgeordneter auf der politischen Bühne steht. Die bisher gehandelten Kandidaten für den FDP-Landesvorsitz, der rechtskonservative Axel Hahn und der Jungunternehmer Markus Löning, können mit solchen Vorzügen nicht aufwarten und zogen ihre Kandidatur zurück. Löning will Stellvertreter werden, für den zweiten Vize-Posten interessiert sich der "Mitte-Rechts"-Mann Hans-Joachim Josewski. Der FDP-Landesparteitag soll am Wochenende einer Verkleinerung des Vorstands zustimmen. Tut er es nicht, könnte die Neu-Berlinerin Gabriele Heise, Rechtsanwältin und Landesvorsitzende der Liberalen Frauen, dritte Stellvertreterin werden. Die Berliner FDP ist seit 1995 nicht mehr im Landesparlament vertreten.

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