Berlin : Der Fall Klein: Der Staatsschutz ermittelt weiter

kf

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat den Fall Klein vor sechs Jahren vorläufig eingestellt. Nach Angaben des Staatsschutzes wurde bei der Polizei aber auch danach weiter ermittelt. Regelmäßig hätten Kriminaltechniker neu aufgetauchten Sprengstoff und Schriftproben mit den Spuren vom Tatort verglichen. "Ein hinreichender Tatverdacht hat sich bislang aber nicht ergeben", heißt es beim Staatsschutz.

Doch vielleicht gelingt den Ermittlern ein Jahrzehnt nach dem Attentat der Durchbruch auf ganz anderem Weg: Im letzten Jahr hat das Bundeskriminalamt eine "DNA-Analyse an telogenen Haaren" entwickelt. Das sind Haare, die von der Kopfhaut abgestoßen werden. Seitdem ist es in einem aufwändigen Verfahren möglich, auch diese wurzellosen Haare einer bestimmten Person zuzuschreiben.

Ein Durchbruch bei der kriminaltechnischen Genanalyse, der erst kürzlich Schlagzeilen machte: Mehr als zehn Jahre nach dem Mord an Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder fiel der Verdacht auf den 1993 getöteten RAF-Terroristen Wolfgang Grams. Das Haar von Grams war an einem Halstuch entdeckt worden, das am Tatort zurückgelassen wurde.

Auch auf anderen Gebieten ist die kriminaltechnischen Genanalyse heute viel weiter als noch vor zehn Jahren. Auf die Frage, ob die Berliner Ermittler in der Pariser Straße DNA-Spuren eines Tatverdächtigen sichern konnten, hält sich der Staatsschutz außerordentlich bedeckt. "Vorhandenes DNA-Material wird im Fall Klein regelmäßig geprüft." Also hat man wirklich ein Haar gefunden? "Kein Kommentar."

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