Berlin : Der Fall Sandra: Die Polizei vermutet ein Verbrechen

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Die seit einer Woche vermisste Sandra Wißmann aus der Kreuzberger Böckhstraße ist vermutlich Opfer eines Verbrechens geworden. "Mit jedem Tag glauben wir das mehr", sagte der Leiter der 5. Mordkommission, Michael Hoffmann. Von der Zwölfjährigen fehle seitdem jede Spur. Schon nach drei Tagen hatte eine Mordkommission die Ermittlungen von der Vermisstenstelle übernommen - ein schlechtes Zeichen, wie ein Beamter sagte. Die Polizei hat bislang nur eine Handvoll Hinweise bekommen. "Es gibt keine konkreten Ermittlungsansätze", heißt es bei der Polizei. Die Polizei ist sich jedoch sicher, dass das Mädchen nicht ausgerissen ist. Es gebe weder familiäre noch schulische Probleme; zudem sei Sandra noch niemals vorher verschwunden, sagte Hoffmann. Das Mädchen hatte sich am Dienstag am Kottbusser Damm Ecke Böckhstraße von seiner Mutter getrennt, weil sie noch ein Geburtstagsgeschenk kaufen wollte. Gegen 16.45 Uhr ist Sandra noch einmal von Schulkameraden gesehen worden, auf der anderen Straßenseite des Kottbusser Damms. Vermutlich habe sie sich auf dem Heimweg befunden - und das allein.

Dreimal haben in den vergangenen Tagen mehrere Hundertschaften die nähere Umgebung ihres Wohnhauses durchsucht. Zunächst waren der Volkspark Hasenheide und sämtliche Häuser am Kottbusser Damm, der Kottbusser Straße und den angrenzenden Straßen abgesucht worden. Am Sonntag durchstreifte wiederum ein Großaufgebot von Beamten ein etwas größeres Karree, begrenzt etwa von der Böckhstraße, Dieffenbachstraße und Graefestraße - wiederum ohne Erfolg. Gestern wurde der Radius noch einmal erweitert, zudem wurden gezielt Passanten angesprochen. Gefragt wurde auch danach, ob Fremde in der Vergangenheit in dem Kiez Mädchen angesprochen haben. Auffallend ist aber, dass es nahezu keine Hinweise aus der Bevölkerung gibt.

Sandra Wißmann ist 1,60 Meter groß, schlank und hat lange dunkelblonde Haare. Sie trug am Tag ihres Verschwindens schwarze Jeans, einen rot-schwarz gemusterten Pullover, eine blaue halblange Wintersteppjacke und schwarze Stiefel. Hinweise an die Polizei unter 699 32762.

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