Berlin : Der Fanmeile stehen die Höhepunkte noch bevor

Senat glaubt nur an ein kurzes „Durchhängen“ nach dem verlorenen Spiel gegen Italien. Am Freitag ist große Party vorm Finale

Christian van Lessen

Mit der „weltweit größten Fußballparty“ steuert die Berliner Fanmeile morgen Abend ihren letzten großen Höhepunkten zu. Zur Show „Fußball für eine bessere Welt – von Deutschland bis Südafrika“ werden mindestens eine halbe Million Besucher vor dem Brandenburger Tor erwartet. Zum Spiel um den dritten Platz am Sonnabend und beim Finale am Sonntag wird die Fanmeile noch einmal proppenvoll. Damit rechnen der Senat und die Ausrichter. Die Meile wurde bisher von mehr als sieben Millionen Gästen besucht. Am Mittwochabend feierten hier neben deutschen Fans auch viele Franzosen und Portugiesen das Duell ihrer Teams.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagt am Mittwochnachmittag, trotz der Niederlage der deutschen Nationalmannschaft bleibe Berlin ein guter Gastgeber. Senatssprecher Michael Donnermeyer verteidigte die Ausweitung der Fanmeile für Sonnabend und Sonntag. Nach kurzem „Durchhängen“ wegen des verlorenen Spiels gegen Italien werde es am Wochenende noch einmal voll, das Endspiel sei einmalig. „Ein guter Gastgeber der WM soll auch nicht nur an die eigene Mannschaft denken.“

Gerald Ponesky, Mitausrichter der Fanmeile, versichert am Mittwoch, die Veranstaltung bleibe eine „Wahnsinnsnummer und bedeutet jeden Tag Loveparade“. Beim Spiel der deutschen Mannschaft um den dritten Platz würden wieder Hunderttausende kommen und ein „wahres Bekenntnis“ zu diesem Team abgeben. Und der Finaltag am Sonntag werde auf der Fanmeile zu einer „Superparty“ werden.

Gestern Mittag aber war auf der Fanmeile noch Katerstimmung über das verlorene Spiel zu spüren – aus sportlicher und auch aus geschäftlicher Sicht. Händler diskutieren noch darüber, dass am späten Dienstagabend nach den Toren gegen die deutsche Mannschaft viele tausend Besucher „fluchtartig das Gelände“ verlassen hätten. „Die Luft ist aus der Fanmeile raus“, sagt Imbissbesitzer Hajo Schultz, die Geschäfte seien nur gut gelaufen, als es noch 15-Uhr-Spiele gegeben habe. Glas-Designer Uwe Nathansohn ist hingegen zufrieden übers bisherige Geschäft. Aber wegen des verlorenen Spiels habe er doch „eine Träne verdrückt“. Cola-Verkäufer Axel Lemmer sagt, er wolle sich die Stimmung nicht vermiesen lassen. Die Fanmeile habe sich etabliert und werde weiterhin Hunderttausende anlocken, „weil Fußball spannend bleibt.“

Am Abend war dann auch wieder Partystimmung zu spüren. Friedlich feierten Hunderttausende, schwenkten französische und portugiesische Fahnen. Beide feuerten ihre Teams an, aber die Franzosen waren eindeutig die lauteren. Vor allem, nachdem Zidane in der 33. Minute den Foulelfmeter verwandelt, ist kurze Zeit außer Jubelgeschrei nichts anderes zu hören. Mancher Anhänger der Klinsmann-Elf zeigte sich hier tapfer weiter in Schwarz-Rot-Gold.

Vor den letzten Spielen zeigt der Weltfußballverband Fifa am Freitagabend ab 18 Uhr seine große Show – als „fröhliches Symbol für den friedenstiftenden und völkerverbindenden Charakter des internationalen Fußballs.“ Mit Stars wie Xavier Naidoo, Wir sind Helden, die Fantastischen Vier, oder auch Sean Paul. Übertragen wird in 120 Länder. Viele afrikanische Künstler treten auf, darunter die Musiklegende Youssou N’Dour. Gäste sind UN-Generalsekretär Kofi Annan und Thabo Mbeki , der Präsident Südafrikas, Gastgeber der nächsten Fußball-WM.

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