Berlin : Der Filou und das Figürchen

Hugh Grant, Colin Firth und die wieder schlanke Renée Zellweger stellten „Bridget Jones 2“ vor

Andreas Conrad

Berühmte Brunnenszenen der Filmgeschichte? Zuallererst natürlich Anita Ekberg in Roms Trevi-Brunnen, zu sehen in „La Dolce Vita“, sodann Gregory Peck und Audrey Hepburn, diesmal nur vor selbigem Brunnen in „Ein Herz und eine Krone“, vielleicht einmal Tom Hanks, der seiner Angebeteten in „Terminal“ illegal einen Brunnen baut. Der neueste Beitrag zu diesem kleinen Sammlung: die Prügelei zwischen Hugh Grant und Colin Firth in „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“. Der Schauplatz: ein kreisrundes Becken, etwa kniehoch gefüllt, leider ungeheizt. Im Film sieht die Szene sehr spaßig aus, aber wie so oft im Kino, klafften auch hier Schein und Wirklichkeit auseinander. Das Wasser war eiskalt, beklagte Grant sich gestern, immerhin habe man in der Nähe ein Kinderbecken mit warmem Wasser aufgestellt. Dorthin zogen er und der ebenfalls bibbernde Colin Firth sich zum Aufwärmen zurück, dem das allzu sehr gefiel: „Colin hielt mich immer fest und versuchte mich zu küssen.“

Ja, man erfährt so allerhand auf einer Pressekonferenz zu einer Komödie wie „Bridget Jones“, manches ist ernst gemeint, vieles aber auch nur Scherz, die Fortsetzung der Filmstory in der Realität, diesmal in dem „Palais“ genannten Saal des Adlon. In anderen Räumen des Hotels geht es um Hauen und Stechen, dort geben Oliver Stone und Colin Farrell unentwegt Interviews zu „Alexander“, an diesem Sonnabend noch unterstützt durch Angelina Jolie. Aber hier beim zweiten „Bridget Jones“-Film (und dem ersten der ebenfalls anwesenden Regisseurin Beeban Kidron) dreht sich alles um die drei großen Probleme nicht mehr ganz blutjunger Frauen in England und anderswo: Liebe, Karriere, Figur.

Wobei Letzteres garantiert bei jeder Pressekonferenz, in jedem Interview zum Thema wird. Schon bei der Weltpremiere am Dienstag in London war Renée Zellweger, mittlerweile wieder gertenschlank, gefragt worden, wie sie es denn geschafft habe, sich für die Rolle der Bridget Jones nun schon zum zweiten Mal zehn Kilo anzufuttern und wieder wegzuhungern. Nein, leider hat sie kein Rezept für die Traumfigur. Zunehmen sei ohnehin viel schwieriger gewesen. Eine Ernährungsberaterin half ihr dabei, ermahnte sie zwischen den Proben immer wieder, riesige Portionen zu vertilgen. Nun gut, die Technik ist bekannt, aber umgekehrt? „Ich hörte einfach auf, Bridget zu sein. Ich hörte auf, so wie sie zu sein, wie sie zu sprechen und wie sie zu gehen.“ Die Glückliche!

Colin Firth und Hugh Grant dagegen können sich wohl nicht mehr ohne weiteres auf ihre Körper verlassen. Die Prügelei wäre auch im warmen Wasser problematisch gewesen: „Ich habe es am Rücken, Colin hat es an den Hüften“, flachste Grant, der wieder den verstrubbelten Filou gab, das kann er am besten.

Aber er ist auch zu anderem zu gebrauchen, gerade hier in Deutschland, Renée Zellweger kann ihn nur loben. Ihr Deutsch ist nämlich hundsmiserabel, man sieht es im Film, als sie beim Ski-Urlaub in einer Apotheke einen Schwangerschaftstest kaufen will. Aber dank Hugh kann sie nicht nur „bitte“ und „danke“ sagen, sondern sich auch ein Bier bestellen. Wie sie das macht? „Ich bitte Hugh, zur Bar zu gehen. Und er macht es.“

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