Berlin : Der Friedensmarsch geht weiter

50000 trafen sich am Wochenende am Großen Stern, heute folgt die Montagsdemonstration an der Humboldt-Uni

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Viele trugen das PeaceZeichen, viele die Regenbogenfahne mit der Pace-Aufschrift, und etliche verwendeten all ihre Phantasie darauf, originelle Plakate zu malen: 50 000 Kriegsgegner gingen am Sonnabend auf die Berliner Straßen und trafen sich am großen Stern zur Demo.

Es drängt sich der Vergleich zum 15. Februar auf: Da haben an derselben Stelle, auf der Straße des 17. Juni und auf dem Großen Stern zehn Mal so viele demonstriert. Hieraus jedoch zu schließen, dass der Friedenswille und das Interesse ebenso stark gesunken seien, wäre verfehlt. Im Februar sah es noch so aus, als gäbe es eine, wenn auch sehr geringe Chance, den Krieg abzuwenden. Das hat Hunderttausende mobilisiert. Heute weiß man: Die Demonstrationen sind gut fürs alteuropäische Empfinden, sie sind auch weiter notwendig, damit die Kriegführenden die Meinung der Friedenfordernden erfahren – aber umstimmen kann man sie nicht.

Am Samstagabend ging es in Kreuzberg weiter. Da versammelten sich noch etwa 80 Anhänger der extremen Linken auf dem Heinrichplatz. Im Polizeiprotokoll liest sich das so: „Es wurden Transparente ,Gegen den kapitalistischen Krieg’ gezeigt und einmal gegen einen Mannschaftswagen getreten.“ Die Kundgebung löste sich recht schnell wieder auf.

Auch heute wird wieder gegen den Irak-Krieg demonstriert: Um 18 Uhr startet die Montagsdemo an der Humboldt-Universität. Die Polizei erwartet 2000 Menschen, die an der US-Botschaft vorbei zum Brandenburger Tor ziehen wollen. dae/Ha

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