Berlin : Der Funkschmaus

Zwischen süß und salzig: die Ifa-Geschmacksprobe

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Bilder, Töne, Design: Die Funkausstellung können wir nur dank unserer Sinne genießen. Deshalb widmen wir jedem IfaTag einen Sinn. Heute: Riechen und Schmecken.

Essbares gibt es hier nicht. 30 Millionen Geruchszellen, 340 Rezeptoren identifizieren in der Blaupunkt-Halle: Es riecht profan nach Teppichboden. Also weiter. In den Hallen-Durchgängen scheint ein kundenloser Stand mit frisch gepresstem O-Saft obligatorisch zu sein. Belebt sind dagegen die Buden mit Hot Dogs, Bratwürstchen oder Leberkäse, meist zu 2,50 Euro. Viel Fleisch scheint viele Kunden zu bedeuten. Die Vermutung: Nur Männer gehen hier essen. Der Test: Eine Minute lang in Halle 3.2 im Gang zwischen Sharp und Hama zählen, wie viele Männer und Frauen vorbeikommen. Das Ergebnis: 12 zu 3. Und zwei der drei Frauen sind keine Besucherinnen, sie arbeiten hier. Daher kein Obst, keine Crêpes.

Durchkämmt man die Hallen nach Werbegeschenken, dann findet man Fußbälle, Kugelschreiber, Schlüsselbänder. Aber etwas zum Essen? Fehlanzeige. Liegt’s an der Angst vor klebrigen Händen auf großer Technik? Ein Händler sagt: Den Kuli sehen noch viele Menschen, die Schokolade verschwindet im Mund. Deshalb sei es trickreicher, Gegenstände zu verschenken. Dabei wecken doch Geschmäcker und Gerüche emotionale Erinnerungen, die über Jahre gespeichert werden. Aber in Halle 6.2 gibt es Mini-Törtchen umsonst, viermal täglich. Supersüß sind die. Das erschmeckt die Zungenspitze. Nur fünf Geschmacksrichtungen können wir Menschen unterscheiden, alle anderen Einordnungen übernimmt die Nase. Die kennt heute keine Höhenflüge. Quelle verpackt echte Rosen in Luftballons, die Sonnenblumen in Halle 5.2 sind unecht, und Epsons Lampionblumen sind geruchlos.

Schließlich wird man doch noch fündig: Vor den Augen der Besucher kocht das Chinarestaurant Perle am Haider-Stand in Halle 25. Für eine richtig beantwortete Quizfrage gibt es zu jeder vollen Stunde einen Teller Huhn süßsauer. Für den frischen Atem danach ist auch gesorgt: mit den Minzdragees von Base im Sommergarten. Jeannette Krauth

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