Der Gartentipp : Bambus ist Chinas Liebling

Bambus gehört zu den vier edlen Pflanzen der chinesischen Kultur. Er bringt einen Hauch Exotik in den Garten – man muss ihn nur bändigen können.

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Auslichten und ausbremsen. Links werden Halme dicht am Boden abgeschnitten, um den Hain licht zu halten. Rechts wird eine Wurzelsperre eingegraben.
Auslichten und ausbremsen. Links werden Halme dicht am Boden abgeschnitten, um den Hain licht zu halten. Rechts wird eine...Fotos: Kitty Kleist-Heinrich

"Lieber Essen ohne Fleisch als Leben ohne Bambus", schrieb der chinesische Dichter Su Duongpo vor 1000 Jahren. Bambus gehört zu den vier edlen Pflanzen der chinesischen Kultur. Nachgeben, aber beharrlich sein und niemals aufgeben, das symbolisieren seine elastischen Stiele. In den Marzahner Gärten der Welt wachsen prächtige Bambushaine im chinesischen Garten. Doch die winterharten Pflanzen bereichern auch hiesige Privatgärten.

Auswahl und Anpflanzen. Die erste Frage muss lauten: Wie viel Platz ist vorgesehen? Es gibt Zwerge wie den bodendeckenden Sasa-Bambus und Riesen, die zehn Meter hoch wachsen, etwa der Phyllostachys. Ansonsten ist man bei der Standortwahl flexibel. Bambus kommt mit unterschiedlichsten Böden klar, verträgt Sonne, aber auch lichten Schatten. Nur Wind und Staunässe mag er nicht.

Pflege. Bambus niemals austrocknen lassen. Er braucht viel Wasser, hasst aber Staunässe. Also beim Wässern nicht übertreiben. Zum Herbst hin sollte man nicht allzu ordentlich sein. Das heruntergefallene Bambuslaub besser liegen lassen und zusammengerechte Baumblätter draufpacken. Bis zu 20 Zentimeter sollte die Kälteschutzdecke dick sein. Im März/April muss diese Laubpackung dann wieder vorsichtig entfernt werden. Umso früher können neue Triebe, die sich aus „schlafenden Augen“ im Wurzelwerk bilden, emporwachsen und aushärten. Wichtig ist auch regelmäßiges Ausputzen. Dazu die Halme am Boden abschneiden. Ein Bambushain soll licht wirken.

Probleme. Der Bambus vermehrt sich über sein Wurzelwerk. Daraus brechen die Schößlinge hervor. Die meisten Sorten bilden deshalb großflächig bis zu fingerdicke Wurzeln aus, die den Rasen nebenan oder Plattenwege zerstören können. Man bändigt diese unterirdische Ausbreitung mit Wurzelschutzsperren, etwa 80 Zentimeter hohen Plastikeinfassungen. Die werden rund um die Pflanzen eingegraben. Und schließlich haben alle Bambusliebhaber noch eine Sorge: Sie fürchten die Blüte, weil viele Sorten danach absterben. Allerdings: Bambus blüht nur alle 30 bis 100 Jahre.

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