Berlin : Der Geldbote hatte keine Chance Lebenslange Haft

für Bankräuber gefordert

Der Geldbote hatte keine Überlebenschance. Mit „enormer krimineller Energie“ hätten die drei Angeklagten den Überfall vor der Reinickendorfer Postbankfiliale geplant und durchgeführt, hieß es gestern im Plädoyer des Staatsanwalts. Bernd M., Walter L. und Jens-Olaf S. seien des gemeinschaftlichen Mordes aus Habgier überführt. Gegen die 54, 53 und 56 Jahre alten Männer beantragte der Ankläger lebenslange Haftstrafen.

Am Vormittag des 29. Oktober 2007 lagen die drei Angeklagten auf der Lauer, um einen Geldtransport zu überfallen. Das hatten sie zu Beginn des Prozesses vor fünf Wochen gestanden. Sie wollen aber einen Überfall „ohne Gewalt“ geplant und damit gerechnet haben, dass der Geldbote ein „älterer, gesetzter Herr“ sein würde, der beim Anblick einer Waffe den Geldkoffer ohne Gegenwehr herausrücken würde. Es sei aber einer ausgestiegen, der „entschlossener wirkte“ und zuerst geschossen habe.

Tatsächlich erkannte der 53-jährige Gerhard W. sofort die Gefahr, als zwei Männer aus dem Gebüsch sprangen und mit einem großen Hammer in der Hand auf ihn zuliefen. Er soll seine Waffe gezogen und in Richtung der Männer geschossen haben. Der Geldbote ahnte aber nichts von dem dritten Räuber. Walter L. feuerte mit einem Sturmgewehr zwei Salven ab. Fünf der 13 Kugeln trafen den Familienvater. Er starb noch am Tatort. Die Täter flohen mit dem Geldkoffer, in dem sich 242 000 Euro befanden. Nach intensiver Fahndung wurden sie im November und Januar gefasst.

Im Falle von Walter L., dem Todesschützen, und dem wegen Mordversuchs vorbestraften Bernd M. sei die besondere Schwere der Schuld festzustellen, beantragte der Ankläger weiter. Bei M. ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft sogar die anschließende Sicherungsverwahrung erforderlich. Der gelernte Steinsetzer sei ein gefährlicher Hangtäter. Der Prozess wird am Donnerstag mit Verteidiger-Plädoyers fortgesetzt. K. G.

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