Berlin : Der Grundstein ist gelegt (Kommentar)

apz

Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hat der Stadt und wahrscheinlich auch der Bundesrepublik einen großen Dienst erwiesen. Sein Vorschlag, die Museen der außereuropäischen Kulturen in Dahlem nicht mehr aufwendig zu sanieren, sondern das Geld in einen neuen Standort in der Berliner Mitte zu investieren, treibt eine stagnierende Debatte wieder voran - und von der Theorie in die Praxis. Weite Teile von Politik und Gesellschaft sind sich ohnehin längst darüber einig geworden, das auf Ulbrichts Geheiß vollends zerstörte Stadtschloss wieder aufzubauen. Dieser breite Konsens spiegelt weniger Zweifel an der Kreativität moderner Architektur wider als die Einsicht, dass die Lücke im Stadtbild ästhetisch überzeugend nur durch eine weitgehende Annäherung an das Originalbauwerk geschlossen werden kann. Lediglich der Streit über die künftige Nutzung des zu errichtenden Baukörpers entzweite dessen grundsätzliche Befürworter noch. Dieser Kontroverse ist durch Lehmanns auch in der geistigen Dimension faszinierende Anregung die Spitze genommen. Durch die Museen wäre ein Drittel der zur Verfügung stehenden Fläche belegt. Das auch von der Bundesregierung in Berlin schmerzlich vermisste repräsentative Konferenzzentrum würde mit der dazu gehörenden Infrastruktur bequem ebenfalls noch Platz finden. Nun gilt es, den Bund, Berlin und die Stiftung schnell an einen Tisch zu bringen. Dann bekommt die richtige Form endlich einen passenden Inhalt. Fehlt nur noch das Geld.

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