Berlin : Der Hungerkünstler

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Seine weiße Kurtha trägt Matthieu Carrière zur Jeans. Dieses Gewand habe er an, weil er sich als Inder fühle und Gandhi verehre. Der hat gewaltfrei gekämpft. Carrière, der Schauspieler, kämpft nun auch gewaltfrei: Für den Verein „Väteraufbruch für Kinder“ - für Väter, die ihre Kinder nicht sehen dürfen, weil die Mütter es nicht zulassen. Deshalb hat sich Carrière mit anderen Betroffenen auf dem Breitscheidplatz vor einem Transparent ( „Allen Kindern beide Eltern“) postiert und verteilt Flyer. Er tut das, weil er selbst seit Jahren leide. Seine fast sechsjährige Tochter Elena, dürfe er nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin nur dann sehen, „wenn sie da ist und es zulässt“. Carrière zählt auf: „Im Jahr 2000 war es 43 Mal, 2001 nur noch 41 Mal.“ Kommende Woche fliege die Mutter des Kindes mit der Kleinen in den Urlaub, „wann sie wiederkommen, weiß ich nicht.“ Seine Forderung: eine „Fifty-Fifty-Lösung“– beide Eltern sollen gleich viel zum Zuge kommen. Er habe geklagt vor Gericht, aber nichts sei bislang passiert. Carrière meint: „In Deutschland haben Tiere mehr Rechte als Kinder.“ Deswegen helfe nur eine „hartnäckige Aktion“ wie diese, zu der auch gehört, dass die Teilnehmer hungerten. Natürlich seien auch Frauen, die das gleiche Schicksal teilen, im Verein willkommen. „Die können hier prima abnehmen.“ Er selbst habe gestern Abend nur einen Salat gegessen, im Borchardt’s. Da hat er lauter Prominente, wie Wolfgang Joop getroffen, die nun auch alle einen Flyer haben. tabu

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