Berlin : Der Immunforscher

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Name

Volker Brinkmann, 47

Beruf

Diplom-Biologe, Chef der Zentralen Arbeitsgruppe Mikroskopie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Alltag

Manchmal findet man mit dem Mikroskop auch dort noch Sensationen, wo andere schon tausend Mal hingeschaut haben. Volker Brinkmann ging das so. Er, der viel mit der Lichtmikroskopie arbeitet (Bestandteile von Zellen werden mit fluoreszierenden Farbstoffen markiert, die bei Bestrahlung farbiges Licht aussenden), schaute sich gerade weiße Blutkörperchen an, da sah er etwas Seltsames: Offenbar konnten die Zellen Teile ihrer DNS, also ihr Erbgut, das stark gefaltet im Zellkern liegt, ausstülpen. Außerhalb der Zellen entwirrte es sich – und wurde zum Fangnetz für Bakterien. Also ist die DNS neben ihrer Rolle in der Vererbung auch zum Schutz vor Infektionen vorgesehen! Nun, da man weiß, worauf zu achten ist, kann man das überall entdecken: bei Blinddarmentzündungen, bei Pilzinfektionen … Inzwischen arbeitet am MPI eine ganze Gruppe an den Netzen, denn natürlich gibt es Folgeideen. Hängen bisher unerklärliche Krankheitssymptome mit dem Funktionieren oder Nicht-Funktionieren des Mechanismus zusammen? Oder könnte man Medikamente nach diesem Vorbild entwickeln? Fortsetzung folgt.Foto: Wolff/Text: rcf

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