Berlin : Der Kanzler rollt den Teppich aus: Das Volk kommt zum Staatsbesuch

Bundesregierung rechnet mit mehr als 100000 Gästen in den Ministerien

Christian van Lessen

16. UND 17. AUGUST: TAG DER OFFENEN TÜR DER BUNDESREGIERUNG

Am Kanzlerschreibtisch Platz nehmen? Das wird für Besucher leider nicht mal beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung möglich sein. Die Leitungsebene bleibt diesmal aus Sicherheitsgründen unzugänglich, nur das Erdgeschoss und der erste Stock des Kanzleramtes sind zu besichtigen. Sonst aber ist fast alles möglich, wenn der Bund am Sonnabend und Sonntag den roten Teppich ausrollt und das Volk zum Staatsbesuch bittet. Das Kanzleramt, die Bundesministerien und das Presse- und Informationsamt gestatten einen Blick hinter die Kulissen, und die meisten Regierungsmitglieder werden sich einfinden, um mit Bürgern zu diskutieren. Wer fehlt, ist aus Termin- oder Urlaubsgründen entschuldigt. Ob Joschka Fischer kommt, der nach Umfragen beliebteste deutsche Politiker, war auch gestern noch fraglich. Doch Überraschungen werden nicht ausgeschlossen. Vielleicht kann Fischer seinen Besuchern dann schon den gerade eröffneten „Lichttunnel“ des Auswärtigen Amtes erläutern. Die einzelnen Ministerien haben sich Mühe gegeben, politische Information zum sperrigen Thema „Agenda 2010“ mit Spiel, Spaß und Musik zu verbinden und Familien mit Kindern viel zu bieten.

Hauptanziehungspunkt aber wird das Familienfest des Bundeskanzleramtes sein. Der Park verwandelt sich für ein Wochenende auf Initiative des Deutschen Schaustellerverbandes in einen historischen Jahrmarkt. Clowns und Akrobaten treten auf, für Kinder gibt es auch eine „Bewegungsbaustelle“, eine Art Abenteuerspielplatz. Der Kanzlerpark wird mit Informations- und Imbissständen bestückt sein, zwei Hubschrauber sind ausgestellt, um die Mobilität des Kanzlers zu demonstrieren. Ein alter Mercedes 300, eine Leihgabe des Hauses der Geschichte in Bonn, erinnert im Ehrenhof an die Mobilität des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer; er und seine Nachfolger kommen auch in einer Ausstellung zu Ehren.

Mit mindestens 115000 Besuchern rechnet die Bundesregierung, rund 460000 Euro lässt sie sich die Veranstaltungen kosten. Übrigens: Hans Eichels Schreibtisch, auf dem viele Sparschweine stehen, darf besichtigt werden. Der Finanzminister selbst ist im Urlaub.

Mehr im Internet unter

www.bundesregierung.de

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