Berlin : Der Karneval der Kulturen beginnt – mal wieder mit Ärger

Aus Protest gegen die fehlende finanzielle Unterstützung des Karnevals der Kulturen will sich die seit Jahren an der Spitze des Umzugs stehende Musiktruppe „Afoxé Loni“ von dem Festival verabschieden. Aus einer Demonstration gegen Rassismus, für kulturelle Vielfalt und Dialog sei ein kommerzielles Riesenspektakel geworden, an dem die Stadt verdiene, die Protagonisten aber leer ausgingen, heißt es in einem am Dienstag verbreiteten offenen Brief der deutsch-brasilianischen Gruppe. „Afoxé Loni“ gehört nach eigenen Angaben zu den Mitbegründern des Umzugs beim Karneval der Kulturen. Seit 15 Jahren findet dieser Pfingsten statt und zieht inzwischen Hunderttausende Besucher an. Damit sei er für die Stadt ein lukrativer Wirtschaftsfaktor geworden, argumentiert „Afoxé Loni“. Die Gruppe fordert in ihrem Brief die Einrichtung eines Karnevalsfonds.

Die Organisatoren des Karnevals der Kulturen bedauerten die Entscheidung. „Das schmerzt sehr“, sagte Stefanie Schatte aus dem Karnevalsbüro. Sie seien aber nicht die ersten, die wegen der hohen finanziellen Belastung die Teilnahme an dem Umzug abgesagt hätten. Immer wieder drohten Tanzgruppen in den vergangenen Jahren mit Absagen; in der Regel forderten auch sie Geld.

Bisher stellt das Land Berlin nach Angaben der Veranstalter Geld für die Logistik des Spektakels bereit. Dazu zählen etwa das Aufstellen von Toilettenhäuschen und Straßenabsperrungen.

Beim Straßenumzug am Pfingstsonntag werden nach Angaben der Veranstalter 4700 Mitwirkende erwartet. Auf 67 Wagen wollen 96 Gruppen aus insgesamt 70 Nationen neun Stunden lang durch Berlin ziehen. Das beliebte Straßenfest beginnt bereits am Freitag. epd

Den großen Überblick zum Karneval der Kulturen finden Sie auf unserer „Extra“-Seite am Freitag im Tagesspiegel.

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