Berlin : Der Kick mit dem Nachwuchs

In der A- und B-Jugend traf Hertha BSC jeweils auf TeBe

André Görke

Der Präsident konnte endlich einmal wieder lachen. Oft ist das ja nicht vorgekommen in den vergangenen Tagen, da der Traditionsklub Tennis Borussia vor der Insolvenz steht. Am Samstag fand Klaus Schumann ein bisschen Ablenkung. Da gewann die A-Jugend seines Klubs im Derby bei Hertha BSC 3:1.

Herthas Nachwuchs bleibt trotz der Niederlage Tabellenführer der A-Jugend-Regionalliga, da sich Hansa Rostock nur 1:1 vom VfB Leipzig trennte. „So ein richtiger Trost ist das aber nicht“, sagt Herthas Trainer Michael Wolf. „Gemessen an unserem Potenzial war das ein ganz lausiges Spiel.“

Herthas Spieler hätten jene Leidenschaft vermissen lassen, die man in so einem Lokalderby zeigen müsse. „Wir haben viele Berliner in der Mannschaft, die wissen, worum es bei so einem Derby geht. Die gehen mit einigen TeBe-Spielern auf die gleiche Schule.“ Wolf war sichtlich enttäuscht, „auch wenn wir nicht mit der Topmannschaft angetreten sind“.

So war Spielmacher Alexander Ludwig etwa kurzfristig in den Kader der Oberliga-Mannschaft berufen worden. Ludwig gehört zu den besten Nachwuchsspielern der Fußball-Branche, ihm wird im Sommer sogar der Sprung zu den Bundesliga-Profis von Hertha BSC zugetraut. Ähnlich großes Potenzial wird auch Pascal Bieler nachgesagt. Aber auch er fehlte gegen Tennis Borussia, da er mit der deutschen U-17-Nationalmannschaft nach Belgien gereist war. Dort findet in diesen Tagen die Qualifikation zur Europameisterschaft statt. So vermisste Wolf vor allem „die Cleverness, die Ruhe in unserem Spiel“, gerade nach der 2:0-Führung von TeBe nach einer Stunde. „Da haben wir zu temperamentvoll gespielt.“ Folge war das 0:3 eine Viertelstunde vor Schluss.

Hertha BSC gilt aber auch weiterhin als Topfavorit auf den Titel. „Auch wenn es in der A-Jugend nicht so extrem deutlich ist wie in der Bundesliga“, sagt Wolf. „Mit 60 Punkten bist du Meister. Viel mehr Niederlagen dürfen wir uns nicht mehr erlauben.“ Der Sieger der A-Jugend-Regionalliga qualifiziert sich für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Die ersten sieben Klubs der jeweiligen Regionalligen schaffen den Sprung zur neuen A-Jugend-Bundesliga, die im Sommer in ihre erste Saison startet. Dort soll das Niveau höher liegen als in den jetzigen Klassen. Wolf: „Im Sommer rückt der goldene 86er-Jahrgang auf. Mit dieser Hertha-Mannschaft werden wir ganz weit nach vorn kommen.“

Dass Herthas B-Jugend guten Fußball spielen kann, hat TeBe-Präsident Klaus Schumann qualvoll mitansehen müssen. Im zweiten Derby des Tages unterlag TeBe 2:9 gegen Hertha. Nach einer Stunde stand es bereits 0:8. Hertha BSC liegt jetzt elf Punkte vor dem Tabellenzweiten.

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