Berlin : Der Kiez der zwölf Moscheen Integrationsbeauftragter

bei Weddinger Projekten

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Die Einsicht ist nicht neu, aber beim gestrigen Moscheerundgang in Wedding wurde sie trotzdem vielfach wiederholt: Dass es eine „gemeinsame Verantwortung“ gebe – für Kinder, Erziehung, Bildung, Integration. Und wie die aussehen kann, wurde gestern schlaglichtartig vorgestellt, im Soldiner Kiez, wo auf 1,5 Hektar zwölf Moscheen und islamische Vereine existieren. Im vierten Stock eines Industriegebäudes erläuterte vor der orientalischen Kulisse des Interkulturellen Zentrums für Dialog und Bildung (IZDB) Quartiersmanager Reinhard Fischer die vielen Kooperationen. So sollen mehrere Elternprojekte demnächst starten, für die unter dem Titel „Vielfalt fördern – Zusammenhalt stärken“ im Etat des Integrationsbeauftragten Günter Piening 500 000 Euro bereit stehen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass muslimische Organisationen am Projekt beteiligt sind. Im IZDB will man Erziehungshilfen anbieten. Die Vereinvorsitzende Marianne Kappler hofft, auf diese Weise viele muslimische Frauen zu erreichen. Die Kurse finden in Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftszentrum Fabrik Osloer Straße statt. Deren Leiter weiß, dass er in seine Räume nur sehr wenige muslimische Frauen locken kann. Weil sie kein Deutsch könnten, ängstlich und verunsichert seien, sagt auch Marianne Kappler.

Auf einem anschließenden Rundgang konnten Piening und Staatssekretärin Petra Leuschner Muslime nach Sorgen und Wünschen fragen. So sucht ein Moscheeverein, in dem viele Türken vertreten sind, seit langem vergeblich neue Räume. Niemand wolle eine Moschee im Hinterhof haben, sagt Recep Ordul. In der anderen Moschee gab es lange Zeit Probleme mit einer Nachbarin, der das Gemeindeleben zu laut war. Staatssekretärin Leuschner war am Ende beeindruckt davon, was alles möglich sei, und zeigte sich optimistisch, dass durch mehr Bildung die Integration weiter befördert werde. Und so endete der Rundgang mit einem Gemeinplatz fast so, wie er angefangen hat. ari

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