Berlin : Der Klo-Trick

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies über

Nebenwirkungen der Privatisierung

Auf den ersten Blick ist es das Vernünftigste der Welt. Warum müssen öffentliche Gebäude von öffentlich Bediensteten gesäubert werden? Putzen kann schließlich jeder, nicht wahr? So wurden nun in den Berliner Schulen die zuverlässigen und immer ansprechbaren Putzfrauen entlassen, und es kamen Firmen, die das alles zu halben Kosten für die Hälfte erledigen würden.

Nun stellt sich heraus: Sie machen leider nicht mal die halbe Arbeit. Es gibt nicht mehr viele Berliner Lehrer und Schüler, die noch ohne Ekel ihre Schultoiletten aufsuchen, Klopapier bringt ohnehin schon lange jeder selbst mit, und so ist die weitere Entwicklung vorgezeichnet. Denn da nun die Hygiene auf den Schultoiletten bald überhaupt nicht mehr gesichert werden kann, werden sie nach und nach geschlossen. Das spart weiteres Geld, weil nun überhaupt nicht mehr geputzt werden muss, und wir können die Methode langsam auch auf Flure und Klassenräume anwenden...

Ob Pisa wirklich unser größtes Bildungsproblem ist?

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