Berlin : DER KÜNSTLER DIE KUNST

Frank Badur,

69, stellt mit seiner Farbfeldmalerei in Berlin eine Ausnahmeerscheinung dar. War die Stadt zu Anfang seiner Karriere noch die Kapitale des kritischen, politischen Realismus, so dominiert heute wieder die gegenständliche Malerei – inspiriert durch die Neue Leipziger Schule. Den gebürtigen Oranienburger ficht dies nicht an. Er lebt das halbe Jahr in Finnland, hat seine Sammler auf der ganzen Welt und wird doch in Berlin hoch

geschätzt. Ein Vierteljahrhundert lehrte er an der heutigen Universität der Künste, wo er selbst studierte. Seine wichtigsten Anregungen empfing er Anfang der Achtziger in Amerika bei den Farbfeldmalern, die anders als die europäischen Konkreten intuitiv arbeiten. Ab 13. 9. sind Werke von ihm in der Hamish Morrison Galerie (Friedrichstr. 232) zu sehen. NK

Fest der Farben. Frank Badur feiert dieses Fest seit vielen Jahren, es ist sein Lebensthema. Der Berliner Maler arbeitet in einer großen Tradition, der Farbfeldmalerei. Ihm gingen Piet Mondrian, Barnett Newman, Brice Marden voraus. An der Frische seiner Bilder lässt sich erkennen, welchen Reichtum diese Malerei bis heute birgt. Badur malt im kleinen wie großen Format bis zu drei Meter, er zeichnet und radiert. Seine Farbanordnungen lassen den Bildgrund vibrieren oder bei Papierarbeiten in Nuancen auch nur zart

schwingen. Für „Mehr Berlin“ hat der Künstler ein Gemälde ausgewählt, das 2009 entstand, ein Jahr nach einem längeren Aufenthalt in Indien und Nepal. Für östliche Glaubenslehren und Philosophien,

den Zen-Buddhismus etwa, interessierte Badur sich seit den Sechzigern, nun sind auch die Farben Asiens hinzugekommen, wie sich an dem Bild zeigt, das sich im Besitz der Berlinischen Galerie befindet.

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