Berlin : DER KÜNSTLER

Michael Sailstorfer, 33,

ist nicht nur Bildhauer, sondern in gewisser Hinsicht auch ein Drahtseilkünstler. Seine Werke balancieren auf einem schmalen Grat zwischen Tiefsinn und Humor, Minimalismus und pragmatischer Setzung, Kunstgeschichte und Naturerfahrung. Diese Erweiterung des Skulptur-Begriffs hat auch der Jury des Kunstpreises Vattenfall Contemporary imponiert und deshalb den aus dem bayerischen Velten stammenden Bildhauer zu ihrem Kandidaten erhoben. Am Mittwoch, 25. April, wird ihm um 19 Uhr in der Berlinischen Galerie die Auszeichnung verliehen und zugleich eine Ausstellung eröffnet, die noch einmal die Methode Sailstorfer vorführt. Fünf kopfüber gehängte Bäume werden sich dort langsam drehen, deren Kronen wie Reisigbesen über den Boden wischen. Eine Sisyphusarbeit, die zugleich heiter und melancholisch stimmt. Der Humor Karl Valentins wird auch bei dem Projekt „Schwarzwald“ spürbar, für das der heute in Berlin lebende Künstler ein Waldstück mit schwarzer Farbe besprühte – in Erinnerung an Malewitschs „Schwarzes Quadrat“. Per Videoübertragung kann der Ausstellungsbesucher verfolgen, wie sich die Natur den markierten Raum zurückholt.

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