Berlin : Der Kultursenator sucht neue Räume

Gebäude in der Brunnenstraße zu teuer – Umzug ins „Haus des Lehrers“ möglich

Sabine Beikler

Thomas Flierl (PDS) sucht eine neue Bleibe für seine Verwaltung. Pro Jahr werden 2,5 Millionen Euro Miete für den Verwaltungssitz des Kultur- und Wissenschaftssenators fällig. Das Gebäude in der Brunnenstraße in Mitte ist zwar im Besitz einer landeseigenen Gesellschaft – könnte aber besser an andere vermietet oder ganz verkauft werden, sagte Flierls Sprecher Torsten Wöhlert. Zumal die Kulturverwaltung nur einen kleinen Teil des Gebäudes nutzt.

Zur Diskussion steht jetzt ein Umzug in das „Haus des Lehrers“ am Alexanderplatz. „Wir sind in Gesprächen. Entschieden ist noch nichts“, sagte Wöhlert. 270 Mitarbeiter von Flierl sind zurzeit in dem Gebäude in der Brunnenstraße untergebracht. Das Haus ist 16 000 Quadratmeter groß und war ursprünglich nicht als Verwaltungsgebäude gedacht: Lange Flure und nicht nutzbare Zimmernischen sind charakteristisch für das Gebäude, in dem sich in den 20er und 30er Jahren der Stammsitz des Unternehmens Weinberger befunden hatte – einer Lebensmittelgroßhandlung, die Einzelhandelsgeschäfte in und um Berlin belieferte. Zu DDR-Zeiten waren in der Brunnenstraße ein Metallurgiehandel und Lagerräume des VEB Kosmetikkombinats Berlin untergebracht. Seit 1995 sitzt die Senatsverwaltung dort. Doch „wir brauchen nur 5000 Quadratmeter“, sagte Wöhlert.

Das „Haus des Lehrers“ in der Verwaltung der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) käme da recht: zwölf Stockwerke, 7080 Quadratmeter Gesamtfläche, viele Büroräume – und bisher nur drei Mieter. Dass Gespräche mit der Verwaltung geführt werden, wollte WBM-Sprecherin Steffi Pianka nicht bestätigen. Auch die Miethöhe sei „Verhandlungssache“.

Der frühere Baustadtrat Flierl hat sich stets für die Erhaltung der DDR-Architektur eingesetzt. Im „Haus des Lehrers“ würde er sich wohlfühlen: Erbaut hatte das Ensemble aus dem Hochhaus und der Kongresshalle am Alex Anfang der 60er Jahre der DDR-Architekt Hermann Henselmann.

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