Berlin : Der kurze Weg zum großen Fressen

Grüne Woche: Pünktlich zum Beginn der Landwirtschafts-Schau ist der Südeingang des Messegeländes fertig

Christine-Felice Röhrs

Kein Matsch mehr an den Füßen, kein Baustellenlärm mehr in den Ohren und auch kein Schlangenlinienlaufen durch Absperrgitter. Wenn am Freitag die Grüne Woche beginnt, die weltweit größte Landwirtschafts- und Ernährungsschau, dann haben es Besucher und Aussteller auf dem Messegelände wieder viel bequemer: Ab Mittwoch dürfen sie endlich durch den neuen Südeingang, ein elegantes, 21 Meter aufragendes Gebäude aus viel Glas und Stahl. Nach zehnmonatiger Bauzeit wird es am Vormittag feierlich freigegeben. „Das wird das Gelände entscheidend aufwerten“, sagt Messesprecher Wolfgang Rogall.

Die neue Bequemlichkeit spüren zuallererst die Besucher. Für die sind die Wege nun auch zu den südlichen Hallen kurz. Sie steigen an der S-Bahnstation Messe Süd (früher Eichkamp) aus, laufen zweihundert Meter und können dann im neuen Foyer unter 24 Kassen die mit der kürzesten Warteschlange auswählen. Und schon sind sie drin.

Große Vorteile hat die neue Infrastruktur aber auch für jene Aussteller, die sich für die Grüne Woche in den doppelstöckigen Hallen eins bis sechs niederlassen. Früher waren diese Plätze unbeliebt. Sie lagen abseits vom Besucherstrom, der sich über das entgegengesetzte Ende des Areals, über den Nordeingang, in die Hallen ergoss. Aussteller zweiter Klasse seien sie, hatten vor allem die Standeigner in den Untergeschossen geklagt. Deshalb ist während der Bauarbeiten in den vergangenen Monaten Erdreich abgetragen worden. Jetzt liegt der neue Haupteingang um neun Meter tiefer – und damit auf Höhe der ehemals abseits gelegenen Ebenen. Über Rolltreppen können Aussteller und Besucher nach oben fahren. Und erreichen dann ohne Umwege die beliebtesten Teile der Messe: die Heimtier-Ausstellung, den Bio-Markt und den Erlebnisbauernhof.

Ob’s nun an der verbesserten Infrastruktur liegt oder an der unverminderten Bedeutung der Grünen Woche als Leitmesse: Die Aussteller beteiligen sich rege. „Es werden wahrscheinlich so viele sein wie im vergangenen Jahr“, sagt Sprecher Wolfgang Rogall, „und auf gleicher Fläche.“ 2002 war ein gutes Jahr: Die Aussteller-Zahl war auf 1614 angewachsen, die Fläche der Messe auf 114 000 Quadratmeter. Mehr als 450 000 Besucher waren gekommen, ein Viertel von ihnen aus aller Welt.

Aus mehr als 50 Ländern reisen die Aussteller in diesem Jahr an. Die größte ausländische Gruppe stellt Russland. Diese Delegation wird auch bei der Einweihung des neuen Eingangs dabei sein. Nachdem Messechef Raimund Hosch mit einem riesigen symbolischen Schlüssel hantiert hat, dürfen die mit Blumen bewehrten Russen als erste durchs Tor.

Was es Neues gibt auf der Grünen Woche, erfahren Tagesspiegel-Leser am Donnerstag. Am Freitag finden Interessierte den großen Service-Teil. Darin: ein Hallenplan und Hinweise zu Anfahrt, Preisen und Terminen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben