Berlin : Der Letzte ist jetzt der Erste

Delta Air Lines startet morgen wieder die 1998 aufgegebenen New-York-Flüge

Klaus Kurpjuweit

Der Neustart ist eine Rückkehr. Als letzte amerikanische Fluggesellschaft hatte Delta Air Lines Anfang 1998 die Non-Stopp-Flüge von Berlin nach New York eingestellt – und nun kehrt sie als erste amerikanische Gesellschaft wieder zurück. Morgen um 12.40 Uhr soll in Tegel wieder die erste Delta-Maschine gen New York abheben – mit großem Brimborium. Auf den neuen Versuch hat man in Berlin schließlich lange warten müssen. Deshalb wird auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Start verfolgen.

Fürs Prestige von Berlin sind die Flüge nach Amerika wichtig. Die Manager von Delta hoffen aber dieses Mal auch auf einen wirtschaftlichen Erfolg. Die ersten Buchungszahlen sind erfolgversprechend (siehe Kasten). Der Neustart sei auch gut vorbereitet worden, heißt es bei der Flughafengesellschaft in Berlin. In Amerika werde Berlin als Startort für die Europa-Tour von Touristen angeboten, und in Berlin habe man aktiv um Geschäftskunden für die Geld bringenden Plätze in der Business-Class geworben.

Nach der Wende hatten sich in Berlin nach und nach alle Fluggesellschaften aus dem Amerika-Geschäft zurückgezogen, mit dem nichts zu verdienen war, obwohl die Maschinen auf den billigeren Plätzen meist gut besetzt waren. Schließlich hatte vor allem der damalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) die Lufthansa so weit gebracht, dass sie Anfang 2001 auch wieder Non-Stopp-Flüge anbot. Ziel war allerdings Washington und nicht das bei Touristen beliebtere New York. Die 1990 aufgenommenen New-York-Flüge hatte Lufthansa bereits nach zwei Jahren eingestellt. Nach den Anschlägen vom 11.September strich die Lufthansa auch die Washington-Flüge wieder.

Vom Berlin-Geschäft ist man in Amerika jetzt aber so überzeugt, dass im Juli mit Continental Airlines eine weitere Gesellschaft tägliche Flüge von Tegel nach New York anbieten wird. Delta fliegt zum John-F.-Kennedy-Flughafen, Continental nach Newark. Befürchtungen, die hohen amerikanischen Sicherheitsanforderungen könnten den Betrieb in Tegel lahm legen, teilt Flughafensprecher Ralf Kunkel nicht. Auf die neue Situation habe man sich akribisch vorbereitet, sagte er.

Kritik kommt von der Initiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen. Der Einsatz von für den Atlantik-Flug voll getankten Maschinen auf einem innerstädtischen Flughafen überschreite alle Grenzen des Verantwortbaren, erklärte der Sprecher der Initiative, Johannes Hauenstein.

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