• Der letzte Schultag: Schulen fürchten Qualitätsverlust - Proteste gegen "Lehrerkarussell"

Berlin : Der letzte Schultag: Schulen fürchten Qualitätsverlust - Proteste gegen "Lehrerkarussell"

sve

Kurz vor Ferienbeginn haben Eltern und Pädagogen vor den Folgen der Lehrerversetzungen zum neuen Schuljahr gewarnt. Der Landeselternausschuss befürchtet einen "Qualitätsverlust" für die Schulen, die Fachlehrer abgeben müssen. Dies sei der "Todesstoß für die sechsjährige Grundschule", prognostiziert gar der Verband Bildung und Erziehung, da die Fachlehrer insbesondere für die 5. und 6. Klasse benötigt würden. Schulstaatssekretär Thomas Härtel (SPD) wies den Vorwurf zurück, die Schulen zu spät auf die Umsetzungen vorbereitet zu haben. Im übrigen bestätigte er, dass weitere Engpässe drohten, falls der Lehrerstellenplan bei den pauschalen Minderausgaben 2001 nicht ausgenommen werde. Wie berichtet, fehlen im kommenden Schuljahr rund 200 Oberschullehrer. Zwar gibt es Überhänge an Ostberliner Grundschulen. Ihnen fehlt aber größtenteils die Lehrbefähigung für die Oberschule, so dass sie an voll ausgestattete West-Grundschulen wechseln müssen, die dann wiederum Lehrer an die Oberschulen abgeben müssen. Der Bezirkselternausschuss Kreuzberg befürchtet einen "riesigen Rückschritt" bei der Integration, wenn der Erfahrungsschatz im Umgang mit der Eingliederung der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache verloren gehe. Der Bezirkselternauschuss Charlottenburg fragt, wie Grundschulen die erwarteten Profile bilden könnten, wenn sie die tragenden Fachlehrer verlören. In "jahrelanger mühsamer Kleinarbeit" müsse wieder aufgebaut werden, was man jetzt zerstöre. Auch die Oberschulen sind alarmiert. Das Kollegium der Robert-Jungk-Gesamtschule befürchtet, Umsetzungen trügen nicht zur angestrebten Qualitätsverbesserung, sondern zur Verunsicherung bei.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar