Der Mauerpark : Sau siegt

Es gibt gleich zwei zuständige Behörden, die vom Steuerzahler teuer bezahlt werden, aber einsetzen will man sie nicht im Mauerpark. Bernd Matthies über einen rechtsfreien Raum.

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Berlin ist schon eine komische Stadt. Im Mauerpark muss dringend jemand Ordnung schaffen rund um die Karaoke-Bühne, das ist unbestritten. Die Polizei? Das Ordnungsamt? Lieber nicht, sagt der zuständige grüne Stadtrat, „sonst würde eine bestimmte Klientel wilde Sau spielen“.

Aha. Das wird man seltsam finden dürfen. Es gibt gleich zwei zuständige Behörden, die vom Steuerzahler teuer bezahlt werden, aber einsetzen will man sie nicht, weil man Angst vor einer „bestimmten Klientel“ hat. Die macht sich ihre Gesetze selbst und schafft es durch gekonntes Wilde-Sau-Spielen, dass man sie in Ruhe lässt. Ist klar: Wenn sogar die Polizei auf die Fresse bekommt, ist eben nichts zu machen. Pace!

Die pazifistische Lösung besteht nun darin, dass ein freiwilliger Ordnungsdienst eingreifen soll, getragen von Gewerbetreibenden und Anwohnern. Mal sehen. Der rechtsfreie Raum, der dort entsteht, hinterlässt dennoch nicht gerade ein gutes Gefühl.

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