Berlin : Der Modestadt die Butter vom Bread genommen

-

Jung, dynamisch, kreativ – an diesem Image Berlins arbeiten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Wirtschaftssenator Harald Wolf. Ansiedlungserfolge in der Musik und in der Modebranche bewiesen, dass die Strategie stimmte. Doch in der Berliner Politik mehren sich jetzt Zweifel an der Nachhaltigkeit der Strategie. Nachdem Sony Music den Umzug nach München angekündigt hat, wollen die Organisatoren der hippen Modemesse Bread and Butter mit ihrer Ausstellung auf Tournee gehen.

Anders als bei Sony bleibt das Unternehmen Bread and Butter mit 40 Arbeitsplätzen in der Stadt. Doch wenn die junge Modemesse künftig in Barcelona oder Prag stattfindet und nur eine kleine Schau in Berlin bleibt, zeigt das die Schwächen der Strategie. Die grüne Wirtschaftspolitikerin Lisa Paus fragt sich nun, was aus der Modemesse wird, die die Messe Berlin parallel zur Bread and Butter organisieren wollte. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Kai Wegner erinnert daran, dass der Senat ganz auf wirtschaftliche Schwerpunkte setze – und nun an den Schwerpunkten nur Misserfolg verbuche. FDP-Fraktionschef Martin Lindner findet es zwar richtig, das Wowereit und Wolf auf junge Branchen setzen. Doch zeigt sich seiner Meinung immer dann, wenn es schwierig wird, dass der Senat die Schwächen des Standorts Berlin eben nicht beseitigt. Nachhaltige Standortpolitik müsse die Bürokratie genau so umfassen wie die Schulpolitik, sagt Lindner. Da sei Berlin eben zu unattraktiv.

Wolfs Sprecher Christoph Lang sieht keine Zusammenhänge zwischen dem Sony-Abgang und der von Bread and Butter angekündigten Mobilisierung ihrer Messe. Bei Sony gehe es um eine Entscheidung in der Krise der Musik-Industrie – Sony will sparen. Bread and Butter aber sei ein „Berliner Unternehmen“ geworden; immerhin hätten die Modemacher ihre Ausstellungshalle in Spandau gekauft. wvb.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben