Berlin : Der Mühe Wert

Gerd Nowakowski

besichtigt den Ort der Information unterm Stelenfeld Ein Ort verweigert sich, er will gefunden werden. Ab kommenden Donnerstag werden die Besucher eintauchen können in die klaustrophobische Enge zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals. Den Weg zum Ort der Information werden sie sich suchen, sich ertasten müssen, kein Hinweisschild wird den Schritt leiten. Was für ein Bruch mit der gewohnten Welt der Piktogramme und der Reklametafeln, den Lehrsätzen der Werbewirtschaft und der Museumspädagogen, die alle gleichermaßen das Leben leicht machen, vereinfachen wollen. Die Menschen an die Hand nehmen, das Erleben möglichst mühelos gestalten – nichts da! Erinnern soll Mühe machen, Erinnerungsarbeit im Wortsinne. Nichts wird einfach sein, dort unter den Stelen, weil auch die Schicksale kaum zu ertragen sind. Mancher Besucher wird sich auch wundern, dass vom NS-System nicht die Rede ist, sondern es allein um Menschen geht. Das wird befremdlich sein, das kann spannend werden.

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