Berlin : Der Nächste, bitte

Der Goya-Manager geht, ein Restaurant soll her

André Görke

Die Speisekarte macht Appetit beim Lesen. Im Nachtclub „Goya“ am Nollendorfplatz wird „Versteckter Hase im Spinatnest“ serviert, auch „Geschmortes vom Osterlamm“ steht auf den edlen Biertischgarnituren, anschließend bitten die Organisatoren zur Osterparty und haben deshalb auch am Sonntag geöffnet. Einer wird jedoch fehlen: „Goya“-Clubmanager Joseph Wendell, 36. Man habe sich in dieser Woche getrennt, sagte die Sprecherin des „Goya“, Viviane Giaretti. Sie berichtete von „ Diskrepanzen mit dem Insolvenzverwalter.“ Nähere Auskünfte wollte keiner der Beteiligten abgeben.

Während auf der Tanzfläche gefeiert wird – am Donnerstag war der Club besser gefüllt als sonst –, stellt sich die Führungsetage im Hintergrund also neu auf. „Die Zeit der Personality-Shows im Goya ist vorbei“, sagte die Ärztin und Unternehmerin Ingeborg Schwenger- Holst, die die Geschäfte jetzt im Hintergrund leitet. Erst wurde Vorstand Peter Glückstein entmachtet, nun erwischt es jene, die zuletzt das Geschäft in die Hand genommen haben. Ingeborg Schwenger- Holst hält sich mit markigen Aussagen zurück. Sprüche kommen bei den 2700 Aktionären nicht gut an, seitdem das Insolvenzverfahren am 3. März eröffnet wurde.

Der Entscheider im „Goya“, Insolvenzverwalter Peter Leonhardt, klärt die Aktionäre derzeit über die Lage auf und bekommt für seine Offenheit auch von vielen dafür Lob. So hatte Leonhardt in einem Brief an die Aktionäre geschrieben, dass „nennenswerte Überschüsse“ aus dem Geschäftsbetrieb kurzfristig nicht zu erwarten seien. Eine Million Euro müsse her, um überleben zu können. Ende Mai soll eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden – eine neue unternehmerische Führung sei „erforderlich“. Um das „Goya“ erfolgreich führen zu können, müssen Baumängel in Höhe von 215 000 Euro beseitigt werden. Ein Architekturbüro erstelle derzeit einen Plan für den Bau eines Restaurants im obersten Stockwerk und einer Lounge. „Die Planung wird mir Anfang Mai vorliegen“, schrieb Leonhardt. So lange wird an Biertischen gegessen.

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