Berlin : Der neue Bauminister verspricht: Berlin-Umzug bleibt im Zeitplan

CARSTEN GERMIS

Eduard Oswald, Töpfers Nachfolger, zum Antrittsbesuch bei DiepgenVON CARSTEN GERMIS BERLIN.Eduard Oswald, neuer Bundesbauminister und Umzugsbeauftragter der Bundesregierung, präsentierte sich am Montag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als neuer Bauminister in Berlin als Garant für den Umzugszeitplan."Ich werde mich gegen jeden stellen, der Sand ins Getriebe werfen will", versprach er, "und alles dafür tun, daß der Umzug zeit- und fristgerecht abgewickelt wird". Der Nachfolger von Klaus Töpfer, der 1991 bei der Umzugsentscheidung für Bonn gestimmt hat, nutzte seine Chance.Eberhard Diepgen zeigte dem Besucher aus Bonn vor seinem Amtszimmer gerade ein Gemälde des Roten Rathauses, als der CSU-Politiker ihn auf das hinwies, was ihm auf dem Bild das wichtigste erschien: eine Gruppe Bauarbeiter."Beim Bauen gibt es immer die Möglichkeit der Verzögerung", meinte er dann, fügte aber schnell und beruhigend hinzu: "Ich gehe davon aus, daß der Bundestag - wie beschlossen - nach der Sommerpause 1999 seine parlamentarischen Beratungen in Berlin aufnehmen kann." Oswald wollte mit seinem schnellen Besuch in Berlin auch ein Zeichen setzen: Die einstündige Visite bei Diepgen war die erste offizielle Amtshandlung außerhalb des Bonner Bauministeriums.Künftig will Oswald regelmäßig in die Hauptstadt kommen und "mindestens einmal die Woche hier sein", kündigte er an.Mit Diepgen sollen schon bald die Listen der Dinge abgearbeitet werden, die beim Thema Umzug noch auf der Tagesordnung stehen.Dann will der neue Umzugsbeauftragte die Stadt richtig abarbeiten, und "zwar im wahrsten Sinne des Wortes".Und sein früheres Votum gegen Berlin? Vergangenheit.Schließlich seien die Bayern dann die ersten gewesen, die eine Landesvertretung in Berlin eröffnet hätten, sagte der aus Augsburg stammende CSU-Politiker.Auch die Entscheidung des Bundesrates, nach Berlin zu ziehen, verdanke sich wesentlich bayerischer Initiative."Insofern ist auf die Bayern Verlaß", meinte Oswald lächelnd.Wie sich der Bauminister die Zukunft des Palastes der Republik denkt, mochte er noch nicht konkret sagen: "Ich meine, der gesamte Schloßplatz muß so gestaltet sein, daß er der Repräsentanz unserer Hauptstadt gerecht wird." Am Ende verpaßte der CSU-Mann Berlins Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing noch eine Rüge.Die SPD-Politikerin hatte Bayerns Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im Streit um den Länderfinanzausgleich davor gewarnt, sich "als deutscher Milosevic" zu gebärden."Ich finde, die Absender solcher Äußerungen sollten sich entschuldigen", forderte Oswald.

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